Parzinger: „Wir brauchen internationale Regeln“

  • News vom 25.01.2018

    In einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 25. Januar 2018 äußerte sich SPK-Präsident Hermann Parzinger zum Thema Provenienzforschung und einem angemessenen Umgang mit ethnologischen Sammlungen.

    „Wem gehört die Kunst der Kolonialzeit?“ Hintergrund des Gastbeitrags von Hermann Parzinger war die Rede des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an der Universität Ouagadougou, Burkina Faso, 27. November 2017. Macron hatte die Verantwortung der ehemaligen Kolonialmächte in Bezug auf den Umgang mit Kunstwerken aus dieser Zeit angesprochen.

    In seinem Gastbeitrag warnt Parzinger vor Pauschalisierungen: „Wir müssen zunächst einmal den hohen Forschungsbedarf akzeptieren und gemeinsam mit Wissenschaftlern der Herkunftsländer daran arbeiten, die historischen Umstände und die Wege der Objekte nach Europa aufzuklären. Forschungen zur Provenienz völkerkundlicher Sammlungen sind hierzulande bislang noch nicht in der nötigen Intensität und Breite durchgeführt worden, was aber auch eine Frage der Ressourcen ist.“ 

    Projekte wie die kürzlich bewilligte Digitalisierung und Erschließung der Erwerbungsakten des Ethnologischen Museums setzten Maßstäbe. Die gründliche Erforschung der Provenienz sei die Voraussetzung um auf politischer Ebene einen angemessenen Umgang mit den Objekten zu finden. 

    Parzinger regt eine europäische Initiative an, um gemeinsam mit den Herkunftsländern Leitlinien und einen international anerkannten Handlungsrahmen zu definieren: „Wir müssen ebenso klären, was wir unter shared heritage verstehen, wie wir gemeinsame Verantwortung, Teilhabe und Zusammenarbeit auf Augenhöhe ermöglichen wollen.“ Deshalb müsse sich „eine internationale Konferenz dem Thema stellen, mit dem klaren Willen, zu verpflichtenden Ergebnissen zu gelangen, weshalb diese von den beteiligten Regierungen mitgetragen werden müssten.“

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