„Neue Welten auftun“

  • News vom 31.05.2017

    museum4punkt0 – Forschung in Museen erklären und verständlich machen – das ist das Vorhaben des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz im Rahmen des jüngst gestarteten Projektes „museum4punkt0“. Wir sprachen mit dem Direktor Willi Xylander über die Pläne seines Hauses.

    Willi XylanderProf. Dr. Willi Xylander, Direktor des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz © Antonina Gern

    Welche Erwartungen haben Sie an museum4punkt0? 

    Mit der Förderung aus dem Projekt museum4punkt0  wollen wir  neue digitale Formen vor allem im Bereich der Virtual und Augmented Reality entwickeln. Mit diesen Techniken planen wir, naturkundliche Inhalte und hier ganz speziell Inhalte zur Forschung in Naturkundemuseen zeitgemäß einem breiten Publikum näherzubringen.

    Aus Ihrem heutigen Blickwinkel: Wie profitieren Museen und deren Besucher von digitalen Medien und der Digitalisierung?

    Museen und ihre Besucher können von digitalen Medien und der Digitalisierung sehr vielfältig profitieren. Nach persönlichen Interessen erhalten Besucher beispielsweise vertiefende Einblicke in die digitalisierten Sammlungen und die damit verbundene museale Arbeit. Auch das visuellen Erleben von besonderen Lebensräumen und Artengemeinschaften ist denkbar: So könnten Besucher etwa längst ausgestorbene Tiere wie die Dinosaurier besuchen oder in die Tiefsee abtauchen – einer Region der Erde, die für uns niemals zugänglich sein wird. So besteht die Möglichkeit, sich interessenspezifisch "neue Welten aufzutun".

    Da die Mittel nun bewilligt sind: Womit werden Sie beginnen?

    Wir werden damit beginnen, Best Practice-Beispiele in unterschiedlichen Einrichtungen zu recherchieren. Mit den dortigen Kollegen wollen wir uns über die Nachhaltigkeit von digitalen Vermittlungsformen in Museen austauschen. Denn digitale Formen sind schnelllebig und gleichzeitig wollen wir sie den Sehgewohnheiten der Besucher anpassen. Daher wollen wir sicherstellen, dass wir unsere innovativen Vermittlungsformen mit vertretbaren Kosten kontinuierlich aktualisieren können. In den ersten Wochen nach Projektbeginn wird ein besonderer Fokus auf dieser Marktsondierung liegen.

    Die Fragen stellte Julia Lerche.

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