Deutsche Museen und Ausstellungshäuser in 2015 wieder sehr gut besucht – Gesamtbesuchszahl der Museen mit 114.423.192 Besuchen gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent gestiegen – Insgesamt 9.025 Sonderausstellungen in deutschen Museen

  • Pressemitteilung vom 19.12.2016

    Die Besuchszahlen der Museen werden in der statistischen Gesamterhebung an den Museen und Ausstellungshäusern der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht. Diese wird jährlich seit 1981 vom Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz in Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund veröffentlicht. Die Anzahl an Besuchen entwickelte sich je nach Bundesland und nach Museumsart unterschiedlich. Die am häufigsten genannten Gründe für den Anstieg der Besuchszahl waren große Sonderausstellungen und die Erweiterung von Öffentlichkeitsarbeit und Museumspädagogik. Eine gewichtige Rolle spielen ein abwechslungsreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Einfluss hat aber auch die stabile Wirtschaftslage der Besucher, die Mobilität und Reisefreudigkeit befördert. Insbesondere die Museen in den deutschen Metropolen profitieren seit Jahren vom wachsenden Kulturtourismus. Deutliche Zuwächse gab es u.a. in den kulturgeschichtlichen Spezialmuseen (+7,6 Prozent) und den Kunstmuseen (+4,6 Prozent).

    Besuchszahlen in Ausstellungshäusern 2015 sind leicht gesunken.

    Das Institut für Museumsforschung hat für 2015 auch wieder Ausstellungshäuser angeschrieben, die zwar keine eigenen Sammlungen besitzen, aber überwiegend nicht-kommerzielle Ausstellungen musealen Charakters zeigen. Von 467 Ausstellungshäusern sandten 362 den Fragebogen zurück (77,5 Prozent). Davon haben 325 Ausstellungshäuser für das Jahr 2015 insgesamt 5.742.933 Besuche gemeldet (gegenüber 5.885.635 in 2014). Diese Zahl ist in der Gesamtbesuchszahl der Museen nicht enthalten. Etwa 90 Prozent aller Sonderausstellungen in den Ausstellungshäusern waren Kunstausstellungen.

    Ergebnisse der Umfrage zu speziellen Angeboten für ausländische Mitbürger und Geflüchtete im Jahr 2015

    Das Institut für Museumsforschung fragt in Abständen von mehreren Jahren bei den Museen nach, ob und welche Angebote die Einrichtungen für ausländische Mitbürger vorhalten. Aufgrund der aktuellen Situation wurde die Frage im Erhebungsbogen im Hinblick auf Programme für Geflüchtete erweitert. Gefragt wurde nach Bemühungen der Einrichtungen um ein interkulturelles Programm sowie nach Angeboten für in Deutschland lebende Ausländer und für ausländische Touristen. Von 6.710 angeschriebenen Museen für das Jahr 2015 haben 4.206 (62,7 Prozent) Einrichtungen auf diese Frage geantwortet.

    Ungefähr jedes vierte Museum, das die Frage nach einem Angebot für ausländische Mitbürger und Geflüchtete beantwortete, hatte im Jahr 2015 bereits ein Angebot oder plante eines. Von den 710 Museen, die konkrete Formate gemeldet haben, waren 42,7 Prozent explizit auf die Zielgruppe Geflüchtete ausgerichtet, bei 46,4 Prozent ließ sich die Unterscheidung nicht trennen und bei 38,5 Prozent handelte es sich um Angebote in einer der internationalen Fremdsprachen.

    Prof. Dr. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes, stellt dazu fest: „Die Ausstellungen und Objekte in unseren Museen erzählen Geschichten von Veränderung, Zuwanderung und kultureller Entwicklung. Sie bieten damit unzählige Anknüpfungsmöglichkeiten für Kulturvermittlung und –austausch, besonders für Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund. Dieses Potential nutzen unsere Museen mit vielfältigen Angeboten und leisten engagiert ihren Beitrag für ein lebenswertes Miteinander in unserem Land.“

    Restaurierung und Konservierung – Kernaufgabe in den meisten Museen

    Als Teil der jährlichen Erhebung stellt das Institut für Museumsforschung jeweils wechselnde Zusatzfragen. 2015 wurden erstmals Angaben zu Konservierung und Restaurierung der Sammlungsobjekte erfragt. Für die Erhebung des Jahres 2015 haben 5.351 Museen den Fragebogen zurückgeschickt. Davon haben 3.851 Einrichtungen (72,0 Prozent) Angaben gemacht. 3.756 Museen machten Angaben zur Häufigkeit von Konservierungs-/ Restaurierungsarbeiten. 1.447 Museen (51 Prozent) haben demnach im Jahr 2015 regelmäßig oder gelegentlich Konservierungs-/ Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Sie werden überwiegend von freiberuflichen Restauratoren ausgeführt (51,7 Prozent).18,1 Prozent der Einrichtungen gaben zu dieser Frage an, dass kein Bedarf an Konservierung/ Restaurierung im Jahr 2015 bestand.

    Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz äußert sich dazu: „Die Museen sind die wichtigsten Träger des kulturellen Erbes. Der Erhalt der Sammlungsobjekte durch Restaurierung und deren Erforschung, aber auch deren Erschließung durch Dokumentation und Digitalisierung gehören zu den Kernaufgaben eines Museums im 21. Jahrhundert.“

    Weitere Informationen und Daten zur deutschen Museumslandschaft im Jahr 2015 sind der 104 Seiten umfassenden Publikation „Statistische Gesamterhebung an den Museen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2015“ zu entnehmen, die neben den Darstellungen zu den Museumsbesuchen nach Museumsart auch Informationen zu den einzelnen Bundesländern enthält.

    Die Publikation erscheint in der Reihe „Materialien aus dem Institut für Museumsforschung“, Heft 70 (2015) und steht auf der Website des Instituts zum Download bereit. Eine gedruckte Publikation kann kostenlos angefordert werden (Institut für Museumsforschung, In der Halde 1, 14195 Berlin, Tel. 030/8301-460, Fax: 030/8301-504).

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    Ingolf Kern

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