Museumsinsel bekommt 2017 das „Reinhold Würth Zentrum für kulturelle Bildung und Vermittlung im Haus Bastian“ – Grütters und Parzinger danken Reinhold Würth und der Familie Heiner Bastian für ihr großzügiges Engagement

  • Pressemitteilung vom 30.09.2016

    Das von David Chipperfield errichtete „Haus Bastian“ am Kupfergraben wird zum „Reinhold Würth Zentrum für kulturelle Bildung und Vermittlung im Haus Bastian“ der Staatlichen Museen zu Berlin. Eine großzügige Spende des Unternehmers und Sammlers Reinhold Würth und das ebenso großzügige Angebot der Familie Bastian ermöglichen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Erwerb des Hauses im kommenden Jahr.

    Das Haus bietet in unmittelbarer Nachbarschaft zur Museumsinsel großzügige Räume für die Entwicklung und Etablierung zukunftsweisender Angebote der Bildung und Vermittlung der Staatlichen Museen zu Berlin. Diese sollen ab Ende 2017 / Anfang 2018 einem breiten Publikum zur Verfügung stehen: Kindern und Familien, Jugendlichen, Erwachsenen, Schüler/innen und Studierenden sowie interkulturellen und inklusiven Gruppen. Durch die Vor- oder Nachbereitung des Museumsbesuches in unterschiedlich gestalteten Räumen soll museumsübergreifendes Erleben und interdisziplinäres Lernen auf vielfältige Weise möglich sein. In dem mannigfaltigen Angebot werden insbesondere Themen- und Fragestellungen aufgenommen werden, die einen Brückenschlag zwischen allen Sammlungen und Häusern der Museumsinsel erlauben.

    Das architektonisch herausragende Gebäude in absolut prominenter Lage gegenüber der Museumsinsel dient bisher als Galeriehaus. Céline,
    Aeneas und Heiner Bastian haben das Haus im Verzicht auf jeden Gewinn als großmütige Gabe der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für kulturelle Zwecke angeboten. Der Unternehmer und Sammler Reinhold Würth hat mit dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, und dem Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, vereinbart, die Mittel für den Erwerb des Hauses zu stiften. Damit kann die SPK das beeindruckende Gebäude im kommenden Jahr übernehmen. Auch der Betrieb des Zentrums kann aus dem Beitrag von Reinhold Würth zu Beginn finanziert werden. Staatsministerin Monika Grütters und Stiftungspräsident Hermann Parzinger danken Reinhold Würth und Heiner Bastian für ihr großzügiges Engagement.

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte das mäzenatische Engagement von Reinhold Würth und das großzügige, auch gemeinnützige Engagement der Familie Bastian, für diesen Galeriebau eine zukunftweisende Nachnutzung zu finden: „Im stadträumlichen Bezug zum ebenfalls von David Chipperfield gestalteten Neuen Museum und zum Eingangsgebäude der Museumsinsel nimmt die vornehmste Aufgabe der Museen Gestalt an - die kulturelle Bildung und Vermittlung bekommt jetzt ihr eigenes Gebäude. Dass dies möglich wurde, ist dem großzügigen und noblen Engagement zweier Mäzene zu verdanken: Heiner Bastian und Reinhold Würth. Beide haben in ihrem eigenen Wirken immer ihre Nähe zur Kunst gezeigt, beide stellen jetzt mit dieser Geste den Wert der Kultur für die nächste Generation und den Zusammenhalt der Gesellschaft in den Mittelpunkt. Ich danke den Mäzenen für ihr gemeinsames Wirken und wünsche dem „Reinhold Würth Zentrum für kulturelle Bildung und Vermittlung im Haus Bastian“ eine besucherreiche Zukunft.“

    Nach den Worten von Stiftungspräsident Hermann Parzinger sei es mit dem „Reinhold Würth Zentrum für Bildung und Vermittlung im Haus Bastian“ den Staatlichen Museen zu Berlin möglich, die Museumsinsel als vorbildlichen Ort der kulturellen Bildung zu etablieren. „Wir haben auf der Museumsinsel ein gravierendes Unterangebot an Räumen für moderne Bildungs- und Vermittlungsarbeit. Aufgrund der strikten Denkmalschutzauflagen war es nicht möglich, im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen ausreichende Flächen für die vielfältigen und stetig wachsenden Erfordernisse der kulturellen Bildung zu schaffen und damit auch einem immer deutlicher formulierten politischen Anspruch gerecht zu werden. Mit dem neuen „Reinhold Würth Zentrum für kulturelle Bildung und Vermittlung im Haus Bastian“ sind wir in der Lage, endlich darauf reagieren zu können und die Bildungsarbeit auf der Museumsinsel deutlich auszubauen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Staatlichen Museen zu Berlin sind beiden Förderern für ihr bürgerschaftliches Engagement, das zudem noch eine große Signalwirkung für kommende Generationen von Museumsbesuchern haben wird, über die Maßen dankbar.“

    Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin: „Die großzügige Architektur des Gebäudes von David Chipperfield ist ideal, um den unterschiedlichen Nutzergruppen neue Handlungsräume zu eröffnen. Seit gut drei Jahren arbeiten die Staatlichen Museen zu Berlin, federführend durch Heike Kropff, Leiterin der Abteilung Bildung / Kommunikation, an einem zukunftsweisenden Konzept der Bildung und Vermittlung. Wir freuen uns, dass das „Reinhold Würth Zentrum für kulturelle Bildung und Vermittlung im Haus Bastian“ dem Bildungsauftrag aber auch -anspruch der Staatlichen Museen zu Berlin eine Sichtbarkeit verleiht, die weit über die Museumsinsel hinausreicht. Für uns soll das Haus zu einer Schnittstelle werden – zwischen unseren vielfältigen Sammlungen, der Museumsinsel, dem Humboldt Forum sowie den internationalen Gästen und den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt.“

    Reinhold Würth betonte die Bedeutung des künftigen Zentrums für kulturelle Bildung und Vermittlung: „Die Einrichtung wird für Laien und Fachleute gleichermaßen zum Austausch von Informationen, Meinungen und Ideen im großen Kunstumfeld der Berliner Museen eine Bereicherung als Kulturort im Hintergrund bringen.“

    Heiner Bastian erklärte: „Unsere Familie freut sich, dass das Haus, das wir mit David Chipperfield geplant und realisiert haben, auch zukünftig ausschließlich der Kultur gewidmet sein wird. Ein kommerzieller Verkauf wäre für uns nie in Frage gekommen. Es war uns stets bewusst, dass Architektur unmittelbar an der Museumsinsel besondere Verantwortung bedeutet. Mit der Übergabe an die Stiftung lösen wir diese Verantwortung ein, zumal das Haus der Stiftung so willkommen ist. Auch wir danken Herrn Würth für sein Engagement.“

    Das „Haus Bastian” wurde in den Jahren 2006/2007 errichtet und verfügt über eine Bruttogeschossfläche von nahezu zweitausend Quadratmetern.  Es soll ein Nutzungs- und Raumkonzept entwickelt werden, das eine Bandbreite verschiedener Nutzungen zulässt: Workshops, Studien- und Projekttage, offene Werkstätten, Vorträge und Diskussionsrunden usw. Die Ausstattung der Räume orientiert sich an den Erkenntnissen von Lerntheorien, die besagen, dass Lernprozesse vielfältig und individuell sind und sich am besten in einer freien und flexiblen Arbeitsumgebung entfalten. Großzügige Werkbereiche wechseln mit Einheiten zum Recherchieren und Studieren, Kommunizieren und Diskutieren, Präsentieren, Reflektieren und Entspannen ab. Das der Förderung zugrunde liegende inhaltliche Konzept wird durch die Abteilung Bildung / Kommunikation der Staatlichen Museen zu Berlin in den kommenden Monaten ausgearbeitet.

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