Die Moderne aus Teheran kommt nach Berlin

  • Pressemitteilung vom 21.10.2015

    Steinmeier: Gerade jetzt brauchen wir die Diplomatie der Kultur – Parzinger: Brückenschlag in konfliktreicher Zeit

    Eine der größten und wertvollsten Sammlungen westlicher zeitgenössischer Kunst lagerte jahrzehntelang verborgen in der iranischen Hauptstadt Teheran, schon bald sollen die Spitzenwerke  von den französischen Impressionisten bis zur amerikanischen Pop Art für drei Monate in Berlin gezeigt werden - SPK-Vizepräsident Günther Schauerte und der Direktor des Tehran Museum of Contemporary Art, Majid Mollanoroozi, unterzeichnen Memorandum of Understanding.

    Das Tehran Museum of Contemporary Art (TMoCA) besitzt eine der größten Sammlungen zeitgenössischer Kunst des Westens außerhalb Europas und der Vereinigten Staaten. Zusammengetragen unter der Schirmherrschaft der letzten iranischen Kaiserin, Schahbanu Farah Pahlavi, und bestimmt für das 1977 eröffnete TMoCA wurden die Werke seit der Islamischen Revolution und dem Sturz des Schahs nur noch ausschnittsweise gezeigt.

    Jetzt soll eine gleiche Anzahl westlicher Kunst in Berlin gemeinsam mit der gleichen Anzahl an Arbeiten iranischer Künstler aus der Sammlung des TMoCA für drei Monate gezeigt werden. Das vereinbarten der Vizepräsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Günther Schauerte, und der Direktor des Tehran Museum of Contemporary Art, Majid Mollanoroozi, in Anwesenheit des deutschen Außenministers, Frank-Walter Steinmeier und des iranischen Vizeministers für Kultur,  Ali Moradkhani, in der iranischen Hauptstadt. „Gerade in Zeiten schwieriger diplomatischer Fragen brauchen wir die Diplomatie der Kultur umso dringender. Ich freue mich sehr, dass es der SPK gelungen ist, die Vereinbarung zu diesem wichtigen Ausstellungprojekt zu unterzeichnen. Es wird helfen, unser Bild vom Iran zu ergänzen und umgekehrt auch dem Iran einen besseren Zugang zu unserer Kultur zu ermöglichen“, sagte Steinmeier.

    Stiftungspräsident Hermann Parzinger nannte die Übereinkunft mit dem Teheraner Museum einen „Brückenschlag in konfliktreicher Zeit“. Weiter sagte Parzinger: „Während anderswo im Nahen Osten Bilder zerstört werden, holt man sie dort aus dem Keller. Das unterstreicht die zivilisatorische, völkerverbindende Kraft der Kunst. Wir wollen mit dieser Ausstellung auch ganz bewusst die Zivilgesellschaft des Iran stärken. Jetzt ist für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Staatlichen Museen zu Berlin eine solide Grundlage geschaffen worden, gemeinsam mit dem TMoCA ein außergewöhnlich spannendes Ausstellungsprojekt zu realisieren, eine Gegenüberstellung der künstlerischen Formen. Wir danken dem Bundesaußenminister und der Deutschen Botschaft Teheran für die großartige Unterstützung dieses Vorhabens“, sagte Parzinger.

    Die Nationalgalerie arbeitet mit dem Teheraner Museum seit dem Februar 2015 zusammen. Damals wurde in der iranischen Hauptstadt die Otto-Piene-Ausstellung „Rainbow“ gezeigt.

    Die Teheraner Sammlung vereint 1500 Stücke, darunter Werke des Impressionismus und Kubismus, der Op Art, Pop Art und Minimal Art. Das TMoCA zeigt eine Auswahl von abstrakter Malerei und Skulptur in seinem zentralgelegenen Museumsgebäude in einer gelungenen Präsentation. Über die ausgestellten Werke hinaus werden im Depot des Hauses zudem Schlüsselwerke von Claude Monet, Max Ernst, Wassily Kandinsky, Pablo Picasso, Francis Bacon, Jasper Johns und Andy Warhol bewahrt. Mit Jackson Pollocks „Mural on Indian Red Ground“ von 1950 verfügt der Iran über ein Hauptwerk des amerikanischen Künstlers. In Berlin sollen eine signifikante Auswahl dieser Arbeiten gemeinsam mit Hauptwerken der iranischen Moderne gezeigt werden.

    Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Tehran Museum of Contemporary Art äußerten ihr Interesse, über das Ausstellungsprojekt hinaus auch auf anderen Feldern der Museumsarbeit zu kooperieren, beispielsweise bei der fachlichen Begleitung der anstehenden Museumssanierung des TMoCA.

    Weiterführender Link

    Press Release „Modern art comes from Tehran to Berlin" (21.10.2015) (PDF, 540 KB)

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