Neues Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz erschienen

  • Pressemitteilung vom 21.10.2010

    Der 45. Band des Jahrbuchs Preußischer Kulturbesitz ist ausnahmsweise ein Doppelband. Er blickt zurück auf die Jahre 2008 und 2009, die beiden ersten Amtsjahre des neuen Stiftungspräsidenten Hermann Parzinger.

    Die Fülle der herausragenden Ereignisse dieses Zeitraums zeigt sich in der Stärke des Dokumentationsteils des Jahrbuchs: Aufgenommen sind etwa die Eröffnung von „Surreale Welten“, der Präsentation der Sammlung Scharf-Gerstenberg im östlichen Stülerbau in Charlottenburg, der Wechsel im Amt des Generaldirektors der Staatlichen Museen zu Berlin von Peter-Klaus Schuster zu Michael Eissenhauer, die Schlüsselübergabe im Neuen Museum auf der Museumsinsel Berlin und der Festakt zu dessen Wiedereröffnung. Die Bedeutung dieses Tages wurde durch die Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrichen, deren Rede im Jahrbuch nachzulesen ist.

    Ebenfalls abgedruckt ist die Rede von Bundespräsident Horst Köhler anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Anders zur Welt kommen: Das Humboldt-Forum im Schloss. Ein Werkstattblick“. Ein Beitrag von Hermann Parzinger stellt das Thema der Schlossrekonstruktion in einen größeren Kontext.

    Schließlich dokumentiert das Jahrbuch auch Veranstaltungen wie „Verantwortung wahrnehmen“, eine Tagung zum Thema NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut, und „Verlust + Rückgabe“, wo anlässlich des 50. Jahrestages der Rückführung von Kulturgütern aus der Sowjetunion unter anderem Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker und der ehemalige Botschafter der Sowjetunion Valentin Falin sprachen.

    Unter der Rubrik „Forschungen – Planungen – Reflexionen“ bietet das Jahrbuch weitere Einblicke in die Arbeit der einzelnen Stiftungseinrichtungen: Die jüngere Praxis der Rückgewinnung von Beständen der Staatlichen Museen zu Berlin beschreibt der langjährige Leiter der Alten Nationalgalerie Bernhard Maaz. Ein Beispiel ist das über Jahrzehnte als Kriegsverlust verschollen geglaubte und jetzt auf dem Kunstmarkt wieder aufgetauchte Gemälde Carl Blechens, „Weg nach Castel Gandolfo“, von dem ein gesonderter Beitrag handelt. Aus der Staatsbibliothek zu Berlin wird von den ersten Ergebnissen des Forschungsprojekts „Reichstauschstelle“ berichtet, das sich mit der Beschlagnahme von Büchern in der NS-Zeit und der Rolle der Preußischen Staatsbibliothek in diesem Zusammenhang befasst, außerdem von der weltweit größten Sammlung von Originalhandschriften J. S. Bachs und von dem Schicksal der Handschriftenbe-stände des Hauses im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Unter dem Titel „Deutschlandbilder - Lateinamerikabilder. Die beiden deutschen Staaten und Lateinamerika (1949–1990)“ wird schließlich eines der zentralen Themen des Ibero-Amerikanischen Instituts im Jahr 2009 aufgegriffen.

    Mies van der Rohes Neue Nationalgalerie, die zur Architekturikone geworden ist, stellt ein weiterer Text in den Blickpunkt. Ein Zeitzeugenbericht zeichnet die Nachkriegsgeschichte des Berliner Kunstgewerbemuseums nach, ein anderer Beitrag zeigt die Verdienste des ehemaligen Direktors der Gemäldegalerie Max J. Friedländer für die Staatlichen Museen zu Berlin auf.

    In der Rubrik „Neuerwerbungen“ schließlich werden zwei großzügige Schenkun-gen von Privatsammlern aufgegriffen: Friedrich Christian Flick schenkte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Nationalgalerie 166 Werke zeitgenössi-scher Kunst, und von Klaus F. Naumann erhielt das Museum für Asiatische Kunst den bedeutendsten Zugewinn auf dem Gebiet japanischer Kunst seit fast hundert Jahren.

    Neben den genannten Einzelbeiträgen bieten der Bericht des Präsidenten, die Jahreschronik und die Veröffentlichungs- und Ausstellungsübersicht einen Gesamtüberblick über die beiden Stiftungsjahre 2008 und 2009.

    Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz, Bd. XLV / 2008/2009, Berlin: Gebr. Mann Verlag, 2010; 620 Seiten, 132 Abbildungen, davon 94 farbig. ISBN 978-3-7861-2609-6, ISSN 0342-0124. Preis: 35 €. Rezensionsexemplare sind erhältlich beim Gebr. Mann Verlag: ischulze@reimer-verlag.de (Tel.: +49-30-7 00 13 88-32; Fax: +49-30-7 00 13 88-11).

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    Ingolf Kern

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