Deutsches Kulturerbe auf dem Weg nach Europa – Konferenz am 4. und 5. Oktober in der Staatsbibliothek zu Berlin

  • Pressemitteilung vom 30.09.2010

    Das kulturelle und wissenschaftliche Erbe Europas wird in zahlreichen nationalen Kultureinrichtungen bewahrt. Um den Zugang dazu zu erleichtern, hat die EU das Projekt „Europeana“ ins Leben gerufen. Das Internetportal www.europeana.eu verlinkt auf bisher rund 12 Mio. digitale Objekte und soll in den nächsten Jahren noch deutlich ausgebaut werden. Die Digitalisate stammen aus europäischen Archiven, Bibliotheken und Museen, wie etwa der British Library, dem Louvre oder den Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

    „Ihr spartenübergreifender Charakter verpflichtet die SPK in besonderer Weise, Kulturgut auch auf der digitalen Ebene zugänglich zu machen“, sagt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. „Deshalb engagiert sich die Stiftung in Projekten wie der Europeana, deshalb wird bei ihr die Geschäftsstelle der Deutschen Digitalen Bibliothek angesiedelt sein, und deshalb baut sie derzeit mit SPK-digital ein Portal auf, das die stiftungseigenen Inhalte online zugänglich macht.“

    Inhalte für die Europeana werden von den einzelnen Kulturgut bewahrenden Einrichtungen in der Regel über so genannte Aggregatoren zur Verfügung ge-stellt. Diese sammeln die Inhalte, speisen sie in die Europeana ein und stellen sie teilweise zusätzlich auf eigenen online-Portalen zur Verfügung. Daneben leisten sie einen Beitrag zur Entwicklung von inhaltlichen Standards und technischen Mitteln zur Aufbereitung der Digitalisate in möglichst einheitlichen Formaten.

    Der Schwerpunkt der Konferenz am 4. und 5. Oktober 2010 liegt auf der Vorstellung der Tätigkeit der Aggregatoren und dem Aufbau eines nachhaltigen Netzwerks zwischen ihnen. Daneben werden Anbieter von Inhalten über ihre bisherigen Erfahrungen berichten. Technische und inhaltliche Standards und Fragen einer Best Practice auf dem Weg ins „Semantische Web" bilden einen weiteren Schwerpunkt. Organisiert wird die Tagung von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie den Aggregatoren Athena, europeana local, Biodiversity Heritage Library und European Film Gateway.

    Die thematische Breite der Inhalte von Europeana zeigt sich in der Vielfalt der Aggregatoren: Europeana local stellt digitale Inhalte lokaler und regionaler Museen, Bibliotheken und Archive zur Verfügung. EFG – The European Film Gateway entwickelt ein online-Portal, das Zugang zu den Beständen von Filmarchiven und Bibliotheken ermöglicht. Mit BHL-Europe, der Biodiversity Heritage Library, werden erstmals in größerem Umfang digitale Objekte aus dem Bereich der Naturwissenschaften in Europeana angeboten. Das Projekt ATHENA (Access to cultural heritage networks across Europe) ist ein Netzwerk, das vor allem Werkzeuge, Standards und Richtlinien für Museen und andere Kultureinrichtungen entwickelt, um deren interne Digitalisierungsprojekte zu unterstützen und es ihnen zu erleichtern, ihre digitalen Inhalte in Europeana einzubringen. Weitere Aggregatoren sind etwa das Projekt APEnet, das ein europäisches Archivportal aufbaut, das CARARE-Projekt, das verschiedenste Organisationen aus den Bereichen der Archäologie und Denkmalpflege miteinander vernetzt, Europeana regia, eine gemeinsame digitale Bibliothek königlicher Handschriften, oder thinkMOTION, ein Projekt zur Erschließung von Wissen über Bewegungstechnik.

    Was die Europeana auf europäischer Ebene leistet, soll auf nationaler Ebene ebenfalls realisiert werden: Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) wird einen zentralen Zugang zu digitalem Wissen und Kultur in Deutschland bieten. Ab Januar 2011 wird die Geschäftsstelle der DDB, die bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vorgesehen ist, ihre Arbeit aufnehmen. Über das Projekt wird auf der Europeana-Konferenz Norbert Zimmermann, Vizepräsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, am 4. Oktober berichten.

    Anmeldung (für Presse und interessierte Öffentlichkeit) zur Tagung „Digitales Kulturerbe auf dem Weg in die Europeana“ unter: www.armubi.de/tagung2010

    Zeit:
    4. 10. 2010, 9.30 – ca.18.00 Uhr
    5. 10. 2010, 9.00 – ca.18.00 Uhr

    Ort:
    Staatsbibliothek zu Berlin
    Haus Potsdamer Straße
    Otto-Braun-Saal
    Potsdamer Straße 33-35
    10785 Berlin-Tiergarten

    Tagungsflyer (PDF, 851 KB, nicht barrierefrei)

  • Kontakt

    Ingolf Kern

    Ingolf Kern
    Direktor der Abteilung Medien und Kommunikation
    +49 (0)30 266 411440 E-Mail

    Dr. Stefanie Heinlein

    Dr. Stefanie Heinlein
    Stellvertreterin des Direktors / Pressesprecherin
    +49 (0)30 266 411441 E-Mail

    Birgit Jöbstl

    Birgit Jöbstl
    Referentin Presse
    +49 (0)30 266 411445 E-Mail