• „Kunst durch Kredit“ – Zur Notiz „Berliner Blamage“ in DER SPIEGEL, Ausgabe 45/2017

  • News vom 07.11.2017

    Das heute erschienene Buch „Kunst durch Kredit” (De Gruyter, 2017) von Lynn Rother untersucht aus kunst- und bankhistorischer Sicht den Ankauf von rund 4.400 Kunstwerken aus dem Besitz der Dresdner Bank durch das Land Preußen für die Berliner Museen im Jahr 1935. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) weist in diesem Zusammenhang auf folgendes hin:

    Die SPK, in deren Sammlungen sich auch heute noch zahlreiche Werke aus dem Ankaufskonvolut von 1935 befinden, hat Frau Rother auf den Ankauf des Werkkomplexes als mögliches Dissertationsthema hingewiesen. Sie hat mit Frau Rother im Januar 2010 eine Vereinbarung darüber getroffen und die Arbeit über Jahre unterstützt. Denn es war klar, dass sich in der umfänglichen und komplexen historischen Erwerbung möglicherweise auch verfolgungsbedingt entzogene Werke befinden könnten. Auf Grundlage der nun veröffentlichten Arbeit, die die nötige Kontextforschung geleistet hat, kann die SPK jetzt weitergehende systematische Untersuchungen zu den Provenienzen der einzelnen Werke machen.

    Zur Provenienz des Gemäldes „Pariser Platz in Berlin / Brandenburger Tor“ hat die SPK bereits seit Jahren gemeinsam mit der Commission for Looted Art, die die Erben von Annie Caspari vertritt, eigene Forschungen angestellt. Die Beteiligten sind der Auffassung, dass die komplexen historischen Umstände noch weiterer Untersuchung bedürfen. Über die Recherchearbeiten und die Gespräche dazu haben SPK und Erbenvertreter Vertraulichkeit vereinbart.

    Die SPK erforscht seit Jahren in umfassender Weise die Provenienz, also die Herkunft, der Objekte in ihren Sammlungen. Seit Beginn der 1990er Jahre ist die verantwortungsvolle Suche nach NS-Raubgut Thema für die SPK. Die Stiftung hat bereits in über 50 Restitutionsersuchen faire und gerechte Lösungen im Sinne der Washingtoner Prinzipien vereinbaren können. Neben der Recherche zu Einzelfällen aufgrund von Anfragen hat die SPK bestimmte Werkkomplexe identifiziert, in denen sich NS-Raubgut befinden könnte. Diese erforscht sie in Projekten, so zum Beispiel die Galerie des 20. Jahrhunderts, die Sammlung der Zeichnungen am Kupferstichkabinett, oder die Werke im Museum Berggruen.

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