• Hier passiert Aufregendes!

  • News vom 16.10.2017

    Der frühere Philharmoniker-Intendant Elmar Weingarten steht jetzt den Freunden des Musikinstrumenten-Museums vor: Erstmals spricht er über seine Pläne

    Elmar WeingartenElmar Weingarten © Tom Haller

    Als Elmar Weingarten vor einem Jahr Abschied von Zürich nahm, wo er als Intendant die Tonhalle und die Festspiele geleitet hatte, da rühmte die NZZ an ihm seine „Kreativität im Hintergrund“. Neugierig sei er, hartnäckig und charmant. Er habe Glanz und Esprit in die Zürcher Musikszene gebracht. Nun ist der 75 Jahre alte studierte Soziologe ins Berliner Musikleben zurückgekehrt, das er als Intendant der Philharmoniker, der Rundfunk Orchester und  Chöre GmbH (ROC) und als Musikchef der Berliner Festspiele nicht minder geprägt hat. Und er hat ein neues Amt übernommen: Elmar Weingarten steht an der Spitze des Vereins der Freunde des Musikinstrumenten-Museums.

    Warum haben Sie sich vom MIM in die Pflicht nehmen lassen?

    Das Musikinstrumenten-Museum fristet ein unverdientes Schattendasein neben der Philharmonie. Als Intendant der Philharmoniker hat es mir schon damals immer wieder Freude gemacht, an alter Musik interessierte Instrumentalisten dorthin zu führen und deren Überraschung über das, was es da alles zu sehen gibt zu erleben. Ich sehe eine Chance, gemeinsam mit den „Freunden“  und den Philharmonikern das benachbarte Kleinod stärker im Bewusstsein der Berliner Musikliebhaber zu verankern.

    Wie soll das gelingen? 

    Es handelt sich in erster Linie um einen Freundeskreis des Musikinstrumenten-Museums, der aber einen interessierten Blick auf das gesamte Staatliche Institut für Musikforschung werfen soll. Dieses geht Fragen nach, die für das Verständnis der rasant verlaufenden dynamischen Entwicklung unseres Musik-Erlebens und unseres Musiklebens ganz entscheidend sind. Hier passiert, zu wenig beachtet, Aufregendes im Bereich der technischen Neuerungen des Musikhörens und der Interpretationsforschung. Diese Aufregung muss weiter getragen werden. Das Wie will gut überlegt sein. 

    Haben Sie schon ein Projekt, mit dem Sie starten?

    Das erste Projekt für die Freunde ist ein Gesprächskonzert mit Ton Koopman, dem berühmten Advokaten authentischer Aufführungspraxis, am Sonntag, dem 22. Oktober um 15:00. Er diskutiert mit den Experten des Museums die Geschichte und Bedeutung eines aus dem Jahre 1792 stammenden Oesterlein-Cembalos. Ebenso wichtig: Er dirigiert am Ende dieser Woche die h-moll Messe von Johann Sebastian Bach, die von der UNESCO zu einem Weltkulturdokument „Memories of the World“ erklärt worden ist und in der Staatsbibliothek zu Berlin liegt, eine tröstliche Nachricht in diesen eher verwirrten Zeiten.

    Die Fragen stellte Ingolf Kern.

    Weiterführende Links