• Provenienzdebatte: Wieder über die Kunst sprechen

  • News vom 21.08.2017

    In der aktuellen Debatte um die Herkunft der ethnologischen Exponate des Humboldt Forums ginge es zu viel um die Rechtmäßigkeit der Objekte und zu wenig um deren Kunstfertigkeit, Wert und Zeitzeugenschatz. Thomas Vitzthum nimmt in seinem Beitrag in der „Welt“ kritisch Stellung zur Provenienzforschung.

    Mandu Yenu Thronsessel mit Stufe© Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz / Dietrich Graf

    Vitzthum beanstandet, dass in der Kritik an den Ausstellungsstücken im Humboldt Forum „eine überkommene, imperialistisch anmutende Überheblichkeit gegenüber diesen Exponaten, ihren einstigen Nutzern und Schöpfern“ mitschwinge. Er ruft dazu auf die Objekte an sich in den Blick zu nehmen.

    „Das Humboldt Forum hat nicht nur die Aufgabe und den Zweck dem heutigen Betrachter das Gefühl zu verschaffen, moralisch besser zu sein als seine Vorfahren. Es sollte mit seinen Exponaten beeindrucken und so Bewunderung, nicht Mitleid wecken für Menschen und Völker, die inzwischen verschwunden sind. Mit moralischer Bilderstürmerei überwindet man das problematische Erbe des Kolonialismus sicher nicht.“

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