Stellungnahme zum Akt des Vandalismus am 3. Oktober 2020 in Museen der Museumsinsel Berlin

News vom 21.10.2020

Am 3. Oktober 2020 wurden in vier Museen der Museumsinsel Berlin Ausstellungsstücke mit einer öligen Flüssigkeit durch Bespritzen verunreinigt. Betroffen sind vor allem Objekte im Neuen Museum und Pergamonmuseum, dazu einige wenige Objekte im Ausstellungsgebäude „Pergamonmuseum. Das Panorama“ und in der Alten Nationalgalerie.

Ansicht der Fassade des Neuen Museums
© Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker

Die Beschmutzungen wurden nicht während der Verübung beobachtet. Die Täter*innen haben sehr verdeckt gehandelt und anscheinend Momente ausgenutzt, in denen das Aufsichtspersonal und andere Besucher*innen das Vorgehen nicht beobachten konnten. Aus ermittlungstaktischen Gründen waren die Museen bisher zu Stillschweigen verpflichtet.

Die jeweils verspritze Flüssigkeitsmenge war gering, die Beschmutzung konnte in vielen Fällen rasch gereinigt werden. Sichtbarer verschmutzte Objekte wie Stein- und Holzskulpturen werden bereits restauratorisch untersucht beziehungsweise behandelt. Hier wurden bereits gute Erfolge erzielt; die restauratorischen Maßnahmen sind aber noch nicht abgeschlossen. Gemälde sind nicht direkt betroffen.

Die Staatlichen Museen zu Berlin sind bestürzt über diesen Akt des Vandalismus und verurteilen ihn aufs Schärfste. Unser kuratorischer Ethos und niederschwelliger Vermittlungsansatz sieht vor, unseren Besucher*innen einen möglichst direkten Kontakt und unmittelbaren Dialog mit den Ausstellungsstücken zu ermöglichen. Daher werden viele Objekte – vor allem Skulpturen – nicht in Vitrinen oder hinter Glas ausgestellt. Millionen von Besucher*innen schätzen und würdigen dieses Herangehen und nähern sich behutsam und respektvoll den Objekten und Exponaten. Dieser Ansatz impliziert allerdings stets auch ein latentes Risiko vor mutwilligen und bewussten Beschädigungen und Verschmutzungen. Dieses Risiko kann auch durch strenge Sicherheitsmaßnahmen nie einhundertprozentig ausgeschlossen werden.

Die Staatlichen Museen zu Berlin unterstützen die Ermittlungen von Polizei und Landeskriminalamt und erbitten von Besucher*innen die am 3. Oktober 2020 in den Museen der Museumsinsel Berlin in Bezug auf diese Verschmutzungen Beobachtungen gemacht haben, zweckdienliche Hinweise an das LKA 444 (Tempelhofer Damm 12, 12101 Berlin) unter der Rufnummer (030) 4664-944409 oder an jede andere Polizeidienststelle.

Wir bitten um Verständnis, dass wir im Interesse der laufenden Ermittlungen keine weiteren Angaben machen.

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