Zauber des Anfangs: Antje Becker

News vom 20.08.2019

Auf ihrem „zweijährigen Wissensweg“ im Musikinstrumenten-Museum kommt die neue Volontärin Antje Becker in den Genuss der Vorzüge eines kleinen, aber feinen Hauses: Neben der Vielfalt an Einblicken, angefangen bei wissenschaftlicher Beschäftigung mit Instrumenten über Veranstaltungsmanagement bis zur Öffentlichkeitsarbeit begeistert sie sich für die Schönheit einer Pandurina oder herrlich verzierte Geigenbögen. Hier erzählt die Musikwissenschaftlerin von ihrem neuen Job:

Antje Becker
© SPK/Jonas Dehn

„Das Musikinstrumentenmuseum (MIM) ist Teil des Staatlichen Instituts für Musikforschung. Es widmet sich dem Bewahren und Erforschen von Klangkörpern in ihren historischen Zusammenhängen respektive dem Vermitteln der gewonnenen Erkenntnisse in unterschiedlichen Formaten. 

Während uns Instrumente in unserem Lebensalltag vor allem als (selbstverständliches) Mittel zum Zweck, nämlich zur Realisierung von Musik begegnen, stellt das MIM einen Ort dar, an dem jeder, der in diesem agiert, sich ihnen als absolute Protagonisten zuwendet. Ihre Konstruktion, ihre Gestaltung und die ihnen eigene Klanglichkeit gewähren uns einen umfassenden Einblick in die kulturellen Gegebenheiten und Verflechtungen ihrer jeweiligen Entstehungszeit, wie auch in die Ideen- und Gedankenwelt eines jeden ihrer Erbauer. Als Volontärin bietet sich mir nun die Möglichkeit, mich in doppeltem Wortsinn in die „Geschichte(n)“ all der hier exemplarisch versammelten Objekte und deren Umgebung zu vertiefen und die Wissenschaftler am Haus bei Ihrer Arbeit inhaltlich wie organisatorisch zu begleiten beziehungsweise zu unterstützen. Gemeinsam mit den Kollegen aus dem Veranstaltungsmanagement und der Öffentlichkeitsarbeit gilt es darüber hinaus, Konzepte und Programme, die unser Wissen und unsere Erkenntnisse nach außen, an die Welt herantragen, zu entwickeln. 

Vor allem zu den Schließzeiten des Museums wurden auf der einen oder anderen Erkundungstour, die ich zu Beginn meiner neuen Tätigkeit im Museum unternehmen konnte, die ersten Schritte des vor mir liegenden Weges intensiv erfahrbar: In der Stille, die die Instrumente dabei umgab, trat das ihnen eigene, geistige Moment ganz in den Vordergrund – und lenkte den Blick auf die Schönheit der Details, die man im Instrumentenbau als Kunst-Handwerk beobachten kann. So ist in der Sammlung beispielsweise ein Clavichord mit wunderbaren, aus Schildpatt und Elfenbein gefertigten Tasten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts überliefert; außerdem eine Pandurina mit einer ganz fein auf das Perlmutt-Griffbrett des Instrumentes gemalten Jagdszene; ein „zu großes“, infolge einst sehr intensiver Nutzung auf typische Weise verbogenes Kopfstück einer Traversflöte von um 1750; und mehrere Violinen mit herrlichen Verzierungen auf den Geigenböden. 

Es sind genau diese, in der Gestaltung – sei es im Material, in der Farbigkeit, in der Form oder der Verzierung – wie auch in der Konzeption beziehungsweise der handwerklichen Ausführung, und damit natürlich auch im Klang der Instrumente zu erlebenden Finessen, auch: zeitbedingte „Brüche“, die mich berühren und die mich dazu animieren, Fragen nach den größeren Zusammenhängen zu stellen. Und so freue ich mich darauf, dass der stets mit einer besonderen Sensibilität der Wahrnehmung einhergehende „Zauber des Anfangs“ der Beginn eines zweijährigen Wissensweges ist, der mich entlang der Instrumente in der Sammlung des MIM durch die sonst weit weniger „sichtbare“ Geschichte der Musik führen wird. Begleitet von all den Mitarbeitern bei uns am Haus.“ 

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