Jenseits der Täter-Opfer-Prämissen

  • News vom 22.08.2017

    Mit Provenienzforschung hat Viola König, Direktorin des Ethnologischen Museums der SMB, alltäglich zu tun. Nun meldet sie sich in der Debatte um die Herkunft der zukünftig im Humboldt Forum ausgestellten ethnologischen Sammlungen in einem Gastbeitrag in der „Welt“ zu Wort.

    Eine Delegation von Wissensträgern der Huicholes, einer indigenen Gruppe aus Mexiko, ordnet die Sammlung von Ritualgegenständen ihrer Vorfahren im Ethnologischen Museum wieder zurück in die korrekte Anordnung© Viola König

    In dem Beitrag kritisiert König: „Provenienzforschung, die sich darauf reduziert zu rekonstruieren, unter welchen Umständen Sammlungen nach Europa gelangten, ist unvollständig und einseitig, ja eurozentrisch.“ Um Forschung jenseits der klassischen Opfer-Täter-Prämisse zu betreiben, fordert sie direkte Kooperationen mit den Herkunftsländern aufzubauen. Damit sei es möglich eine ganzheitliche Decodierung der Funktion und Aussage ethnologischer Exponate zu erhalten. Nur so seien verschleierte Provenienzen und verloren gegangene Dokumentation zu rekonstruieren. 

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