Eingangsportal der Villa von der Heydt

Villa von der Heydt

Die Villa ist der Sitz des Präsidenten und der Hauptverwaltung der Stiftung
Preußischer Kulturbesitz. Sie wurde 1860 bis 1862 von dem Architekten Hermann
Ende für August Freiherr von der Heydt im Neorenaissance-Stil entworfen und gebaut.

Der Bauherr war Bankier und wurde später Minister in Bismarcks letztem
preußischen Kabinett vor der Vereinigung Deutschlands im Jahre 1871. Er trat
1869 in den Ruhestand und bewohnte die Villa bis zu seinem Tode im Jahre 1874.

Sein Sohn, der Diplomat Eduard von der Heydt, erbte das Haus und vermietete
es an den ersten chinesischen Gesandten beim deutschen Kaiser.

Die nachfolgenden Gesandten statteten die prächtigen Räume der Villa mit kostbaren
Kunstschätzen aus.

Als die Chinesen auszogen, übernahm im Jahre 1890 der Großneffe des Freiherrn, der Berliner Bankier und bekannte Kunstsammler Karl von der Heydt, den Besitz.

1919 verkaufte er die Villa an den "Allgemeinen Deutschen Sportverein",
hinter dem sich ein exklusiver illegaler Spielclub verbarg. 1938 wurde
die Villa vom Deutschen Reich gekauft und von Reichsminister Dr. H.-H.
Lammers, dem damaligen Chef der Reichskanzlei, als Dienstwohnung genutzt.

Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben das Haus; nur das Kellergeschoss
und die Außenmauern blieben erhalten.

In den ersten Nachkriegsjahren wurde der Keller der Villa von einer Süßwarenfabrik genutzt. Spätere "Mieter" richteten darin eine Schwarzbrennerei ein.

Die düsteren Ruinen der Villa dienten auch schon einmal als Kulisse für einen Spionagefilm.

Erst im Jahre 1971 wurde mit der Planung zum Wiederaufbau des Gebäudes
durch die Bundesbaudirektion begonnen.

Im März 1980 zog die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in die Villa von der Heydt ein.
 
 
Hauptverwaltung Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Von-der-Heydt-Str. 16-18, 10785 Berlin
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