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Früher

Schon die Anfänge der Staatlichen Museen zu Berlin stehen im Zusammenhang mit Privatsammlungen: Der Erwerb der Sammlung des Giovan Pietro Bellori 1698 durch Kurfürst Friedrich III. legte beispielsweise den Grundstein für das Antiquarium, aus dem später die Antikensammlung hervorging. Auch die übrigen Museen wuchsen stetig durch den Kauf und die Schenkung von Sammlungen. Bald nach der Eröffnung des Alten Museums bildete sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts großbürgerliches Mäzenatentum heraus: Das Sammeln von Kunst galt in wilhelminischer Zeit als überaus prestigeträchtig. Da zum Aufbau einer erstklassigen Sammlung jedoch die Unterstützung von Experten nötig ist, entwickelten sich etliche erfolgreiche Symbiosen zwischen privaten Sammlern und Museumsdirektoren. Insbesondere Wilhelm von Bode (1845-1929), Generaldirektor der Staatlichen Museen, knüpfte zahlreiche Kontakte zu Sammlern, die dann auch zu Mäzenen der Museen wurden.

Beispielhaft soll nur einer der vielen Mäzene genannt werden: James Simon (1851-1932), ein jüdischer Geschäftsmann mit außerordentlich breitem kulturellem Interesse. Er finanzierte beispielsweise die Grabungen in Abusir und Amarna, aus denen nicht zuletzt die Büste der Nofretete nach Berlin gelangte. Gemäldegalerie und Skulpturensammlung verdanken ihm die Schenkung zweier geschlossener Sammlungskomplexe der Kunst der Renaissance und des Barock. Das Vorderasiatische Museum unterstützte er durch die Finanzierung der Grabungen im Zweistromland. Darüber hinaus war er, neben Wilhelm von Bode, Mitbegründer des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins, dem ältesten Freundeskreis staatlicher Kunstmuseen in Europa. Nach diesem Mäzen, dessen soziales Engagement jenes für Kunst und Wissenschaft sogar noch übertraf, wird künftig das neue Empfangsgebäude auf der Museumsinsel benannt sein: James Simon-Galerie.

Wenn Sie mehr über die Geschichte des Mäzenatentums in Berlin wissen möchten finden Sie weiterführende Informationen hier:

- Das Geschenk der Kunst – Die Staatlichen Museen und ihre Sammler / The Gift of Art – The National Museums in Berlin and their Collectors, hg. von Sibylle Luig und Cristina Inês Steingräber, Edition Minerva 2005. Bestellbar im Museums-Shop

- Klaus-Dieter Lehmann: Maecenatem Voco, in: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz Bd. XLI / 2004, Berlin 2005, S. 107-118.

- Klaus-Dieter Lehmann: Jüdische Mäzene – Sammeln und Stiften als zivilgesellschaftliches Engagement, in: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz Bd. XLIII / 2006, Berlin 2007, S. 96-105.

- Martin Hollender: Chemiker, Industrieller, Kunstmäzen, Universitätsstifter. Ludwig Darmstädter und seine Dokumentensammlung in der Staatsbibliothek zu Berlin, in: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz Bd. XLIII / 2006, Berlin 2007, S. 96-105.

 
 
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