Aktuelles aus der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz http://www.preussischer-kulturbesitz.de/ Aktuelles aus der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz de Aktuelles aus der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz http://www.preussischer-kulturbesitz.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif http://www.preussischer-kulturbesitz.de/ 18 16 Aktuelles aus der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Tue, 21 Nov 2017 16:23:25 +0100 Eissenhauer: "Die Welt als Ganzes begreifen" http://www.preussischer-kulturbesitz.de//meldung/news/2017/11/21/eissenhauer-die-welt-als-ganzes-begreifen.html Am 25. November 2017 heißt es „Eintritt frei“ auf der Museumsinsel und am Kulturforum beim... Herr Eissenhauer, der Aktionstag am 25. November steht unter dem Motto „Auf dem Weg zum Humboldt Forum“. Ist der Weg für die Staatlichen Museen auch ein bisschen das Ziel?

Unser Ziel bleibt natürlich zunächst einmal bestehen: Die umfassende Präsentation der Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst im Herzen Berlins. Diese neue räumliche Konstellation wird völlig neue Möglichkeiten und Herangehensweisen eröffnen, und darauf freuen wir uns sehr. Zugleich wollen wir zeigen, dass wir mit dem, was wir im zukünftigen Humboldt Forum machen wollen, ja nicht erst 2019 anfangen, sondern dass wir das auch jetzt schon praktizieren. Interdisziplinäre Ausstellungen über Sammlungsgrenzen hinweg ist für ein Universalmuseum wie die Staatlichen Museen zu Berlin ohnehin eine Selbstverständlichkeit, in der jüngeren Vergangenheit zum Beispiel „Alchemie“ am Kulturforum oder „Bart“ im Neuen Museum. Die umzugsbedingte Schließung der außereuropäischen Museen in Dahlem bietet uns nun die Möglichkeit, das hinsichtlich dieser beiden Sammlungen noch auszubauen und den Weg zum Humboldt Forum verstärkt auch als ein Experimentierfeld zu betrachten.

Ein inspirierendes Element für das Humboldt Forum ist ja die Königliche Kunstkammer, die in Berlin bereits auf das 16. Jahrhundert zurückgeht und die den Kern der späteren Sammlungen der Staatlichen Museen bildet. Können Sie die Analogie kurz erläutern?

Schon damals wurde nicht zwischen Hoch- und Alltagskultur unterschieden. Es wurde all das Spannende, Schöne und Reizvolle in der Welt zusammengeführt. Man wollte damals die Welt als Ganzes begreifen. Und diesen Gedanken wollen wir auch im Humboldt Forum wieder aufgreifen. Dort sollen die Kulturen der Welt in die Nähe der alten Kulturen Europas gebracht werden. Die Ausstellung „Kunst aus Afrika im Bode-Museum“ gibt darauf einen Vorgeschmack, ebenso wie die anderen Präsentationen wie „Neue Nachbarn“ oder „Vis à vis. Asien trifft Europa“ die die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst auf der Museumsinsel und am Kulturforum sichtbar machen.

Was passiert denn bei diesem Treffen der Kulturen? Was sieht man beispielsweise in der Ausstellung „Afrika im Bode-Museum“?

Die Suche nach Schönheit, Repräsentation oder Funktion hat in ganz unterschiedlichen Kulturen zu vergleichbaren Lösungen geführt. Es gibt in der Ausstellung unter anderem eine Gegenüberstellung von Schutzfiguren – eine Schutzmantelmadonna aus dem späten 15. Jahrhundert trifft beispielsweise auf eine sogenannte Kraftfigur aus dem Kongo des 19. Jahrhunderts. Beide weisen kaum formale Ähnlichkeiten auf. Aber den Grundgedanken – dass nämlich eine verehrte Figur aufgrund ihrer spezifischen Gestaltung einen Schutzcharakter für den Menschen entwickeln kann – haben dann beide Skulpturen gemeinsam. Sowohl in Europa als auch in Afrika war eine solche Figur durchaus lange Zeit mit Gefühlen von Trost, von Geborgenheit und Sicherheit verbunden. Solche inhaltlichen oder formalen Ähnlichkeiten – und ebenso die Unterschiede – zeigt die Ausstellung an vielen Beispielen.

Was macht die Ausstellung aus Sicht von Museumsmachern darüber hinaus so reizvoll?

Der eigentliche Reiz der Ausstellung liegt in der interdisziplinären Kooperation. Kunsthistorisches Sehen trifft hier auf ethnologisches Sehen. Da gibt es ganz unterschiedliche Methoden und Herangehensweisen. Ethnologen etwa fragen zunächst nach der Funktion eines Objektes und nach seiner Einbindung in den konkreten Alltag. Kunsthistoriker wiederum interessiert die Stilgeschichte, die Ikonografie oder die Komposition. Das sind Herangehensweisen, die sich nicht nur unterscheiden; sie sind sich teilweise sogar fremd. Aber diese Differenzen können unseren Horizont erweitern. Die Ausstellung ist ein kollegiales Zugehen auf die jeweils andere Disziplin.

Sie sind ja nicht nur Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, sondern auch Direktor der Gemäldegalerie. Am Kulturforum widmet sich mit „Gesichter Chinas“ nun erstmals in einem europäischen Museum eine umfassende Ausstellung explizit der chinesischen Porträtmalerei. Was begeistert Sie an dieser Ausstellung?

Die unglaubliche Fülle und Bandbreite von Porträts aus fünf Jahrhunderten, die wir hier zeigen können. Während in der Gemäldegalerie so wie in den meisten Altmeistersammlungen das Porträt eine, wenn nicht die vorherrschende Gattung ist, so finden wir in den hiesigen Museen, wenn es um chinesische Malerei geht – vereinfacht gesprochen – vor allem Landschaften, Blumen und Vögel. Das hat auch damit zu tun, wie in Europa gesammelt wurde und wie unsere Sehgewohnheiten sind. Da setzt eine Ausstellung, die sich ausführlich mit den verschiedenen Traditionen der chinesischen Porträtmalerei widmet, einen ganz neuen Akzent. Sie wäre in Berlin auch gar nicht möglich ohne großzügige und spektakuläre Leihgaben, die zum größten Teil noch nie in Europa zu sehen waren, vor allem aus dem Palastmuseum in Peking und dem Royal Ontario Museum in Toronto. Dass ich diese Meisterwerke Tür an Tür mit „meinen“ Alten Meistern zeigen kann, freut mich natürlich ganz besonders. Ausgewählte Werke wie Anthonis van Dycks Genueser Dame und das Porträt des Yang Woxing aus der gleichen Zeit zeigen wir auch in direkter Gegenüberstellung.

Die Fragen stellte Gesine Bahr-Reisinger.

Weiterführende Links

]]>
Bildteaser Startseite Intranet Kulturforum Museumsinsel Tue, 21 Nov 2017 16:23:25 +0100
„Unser Ansatz ist Transparenz“ http://www.preussischer-kulturbesitz.de//meldung/news/2017/11/20/unser-ansatz-ist-transparenz.html Vor Jahren hat die SPK die Kunsthistorikerin Lynn Rother auf die Erforschung des größten Kunstdeals... Lynn Rothers gerade erschienenes Buch „Kunst durch Kredite“ beleuchtet erstmalig den Verkauf der Kunstwerken der Dresdner Bank an den Staat Preußen und damit die Berliner Museen. Brisant an der Geschichte: ursprünglich waren die Werke der Dresdner Bank als Sicherheit für Kredite in den Besitz der Bank gelangt, unter den Kreditnehmern waren auch viele jüdischer Sammler.

In der Sendung „Stilbruch“ erläutert Lynn Rother die komplexen Fragestellungen, aber auch die moralischen Komponenten, die hinter dem Kunstkauf stehen. Dorothea Kathmann von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz betont, dass die komplexen historischen Hintergründe auch einen hohen ethischen Aspekt beinhalten. Auch darum ist Provenienzforschung eines der Schwerpunkte der Stifungsarbeit.

Weiterführende Links

]]>
Aktuelles NS-Raubgut Eigentumsfragen Provenienz Startseite Intranet Mon, 20 Nov 2017 12:57:48 +0100
Großzügige Schenkung: Goldenes Zweirubelstück komplettiert Münzserie http://www.preussischer-kulturbesitz.de//meldung/news/2017/11/14/grosszuegige-schenkung-goldenes-zweirubelstueck-komplettiert-muenzserie.html Wladimir Matwejew hat das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin um ein wertvolles Stück... In der ständigen Ausstellung des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin ist eine Serie von Prägungen der russischen Zarin Katharina II. zu sehen. Von den insgesamt 15 Prägungen, die zur Zeit Katharinas entstanden, waren bisher 14 in der Sammlung repräsentiert. Das letzte fehlende Stück wurde nun am 8. November 2017 an Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, durch den internationalen Botschafter Frankfurt, Waldimir Matwejew, übergeben. Dank der großzügigen Schenkung ist die Münzserie nun komplett.

Die Zweirubelmünze wurde 1785 in St. Petersburg geprägt. Sie zeigt auf der einen Seite das Antlitz der russischen Zarin sowie die Initialen der Münzstätte in St. Petersburg. Auf der Rückseite ist der gekrönte doppelköpfige Zarenadler mit Zepter und Reichsapfel in den Fängen abgebildet. Das Gewicht der Münze beträgt 2,49 Gramm. Es handelt sich um das letzte Zweirubelstück des russischen Zarenreiches.

Katharina II wurde als Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst in Stettin als Tochter eines preußischen Generals geboren. Als Sechzehnjährige heiratete sie den russischen Zaren, dem sie nach dessen Ableben auf den Thron folgte. Sie regierte das russische Reich zwischen 1762 und 1796. Unter ihrer Herrschaft stieg Russland zur europäischen Großmacht auf. 

Weiterführende Links

]]>
Bildteaser SMB Startseite Intranet Aktuelles Erwerbungen und Schenkungen Schenkungen Dauerleihgaben Tue, 14 Nov 2017 13:13:32 +0100
Wie Mies es den „Betonfritzen“ zeigte http://www.preussischer-kulturbesitz.de//meldung/news/2017/11/09/wie-mies-es-den-betonfritzen-zeigte.html Beim Baustellenrundgang am 8. November zeigte sich der Stand der Dinge bei der Grundinstandsetzung... Anlässlich des erfolgreichen Abschlusses der ersten Bauphase führten Bauleiter Arne Maibohm vom BBR, Joachim Jäger, der Leiter der Neuen Nationalgalerie und Dirk Lohan, Enkel des Architekten Mies van der Rohe und vor 50 Jahren Bauleiter, über die Baustelle am Kulturforum. Die Journalisten bekamen dabei exklusive Einblicke in den Baufortschritt - und in eine demontierte Architekturikone der Moderne.

Im "Tagesspiegel" berichtet Nikola Kuhn von den „Ahs!“ und „Ohs!“ angesichts dieser Einblicke – die im Untergeschoss allerdings einer totalen Ernüchterung gewichen wären, da dieses im entkernten Zustand einer Tiefgarage gleichkäme.

Die „Abendschau“ des RBB zeigt u.a. historische Bilder von jenem Tag im April 1967, als das riesige Stahldach mithilfe von hydraulischen Stützen montiert wurde – und lässt den Mies-Enkel Dirk Lohan zu Wort kommen. Dieser erzählt, dass sein Großvater diesen Tag absichtlich gewählt hatte, um den nebenan in der Philharmonie tagenden Vertretern der Betonindustrie –den „Betonfritzen“ – in einer Art Leistungsschau zu zeigen, was mit Stahl alles möglich sei.

Nichtsdestotrotz kam beim Bau der Neuen Nationalgalerie auch Beton zum Einsatz. Und ebendieser stellt die Sanierung vor eine große Herausforderung, wie auch Maria Ossowski in ihrem Beitrag auf rbb24 berichtet: Wegen Betonfraß ist es jetzt nötig, diesen zu erneuern. Schwierig sei es auch, neue Fenster in der benötigten Größe zu bekommen. Und natürlich, das Architekturpuzzle aus 35.000 Teilen wieder richtig zusammenzubekommen – nach dem Motto: „Soviel Mies wie möglich“.

Weiterführende Links

]]>
Aktuelles Bildteaser Startseite Intranet Bauen NNG-San Kulturforum Thu, 09 Nov 2017 13:27:09 +0100
Halbzeit auf der Baustelle der Neuen Nationalgalerie http://www.preussischer-kulturbesitz.de//meldung/news/2017/11/08/halbzeit-auf-der-baustelle-der-neuen-nationalgalerie.html Die Grundinstandsetzung der Neuen Nationalgalerie schreitet voran: Nach der Demontage von... Die erste Phase der Grundinstandsetzung der Neuen Nationalgalerie ist erfolgreich abgeschlossen. Das Gebäude wird derzeit im Auftrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nach Plänen des Architekturbüros David Chipperfield Architects denkmalgerecht durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) von Grund auf instand gesetzt. Die von 1965 bis 1968 errichtete Neue Nationalgalerie am Berliner Kulturforum ist eine Architekturikone von Weltrang sowie der Schluss- und Höhepunkt des Lebenswerks von Ludwig Mies van der Rohe. 

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, erklärte: „Mies van der Rohe hat mit der Neuen Nationalgalerie in Berlin internationale Architekturgeschichte geschrieben. Die Herausforderungen der Sanierung dieses Juwels der Nachkriegsmoderne sind nicht zu unterschätzen. Ich bin froh, dass Planung und Durchführung mit aller gebotenen Sorgfalt vonstatten gehen. Am Ende werden wir ein Haus zurückgewinnen, das die grandiose Architektur wieder zum Leuchten bringt, aber auch einen zeitgemäßen Service für die Besucher bietet.“

Das Projekt lässt sich in drei große Phasen gliedern. Die erste beinhaltete die bauvorbereitenden Maßnahmen, umfangreiche Demontagen und die Beseitigung aller vorhandenen Schadstoffe. Zur Demontage von Bauteilen, die später wieder eingebaut werden, gehörten die Kartierung, Inventarisierung und Einlagerung von rund 35.000 Objekten. Am Ende dieser ersten Phase ist das Gebäude nunmehr bis auf den Rohbau zurückgebaut und bereit für die Instandsetzung. 

Die zweite Phase der Grundinstandsetzung hat im Juni 2017 begonnen. Sie beinhaltet unter anderem die aufwändige Sanierung der Stahlbetonwände und -decken. Darüber hinaus sind die Arbeiten für die Baugrube der neuen Depot- und Technikflächen nahezu fertiggestellt. Derzeit wird das Dach der Ausstellungshalle abgedichtet. Eine besondere Aufgabe stellt in dieser Projektphase auch die Sanierung der Stahl-Glas-Fassade in der oberen Ausstellungshalle dar. Hierbei werden auch die überformatigen Glasscheiben ausgetauscht. 

Zuletzt schließt sich als dritte große Phase der Ausbau des Gebäudes inklusive Ersteinrichtung an. Damit die Neue Nationalgalerie künftig den heutigen technischen Anforderungen hinsichtlich Klimatisierung, Brandschutz und Sicherheit entspricht, muss auch die gesamte technische Gebäudeausrüstung erneuert werden. Abschließend werden alle Kunstobjekte und Mies van der Rohes restaurierte historische Möbel in die sanierte Neue Nationalgalerie zurückgebracht und um weitere Ausstattung ergänzt. Die bauliche Fertigstellung durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung ist für 2019 vorgesehen. Die Wiedereröffnung des Ausstellungsbetriebes wird von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für 2020 geplant. 

Weiterführende Links

]]>
Aktuelles Bildteaser Startseite Intranet Standorte Bauen Kulturforum NNG-San Wed, 08 Nov 2017 15:28:29 +0100
„Kunst durch Kredit“ – Zur Notiz „Berliner Blamage“ in DER SPIEGEL, Ausgabe 45/2017 http://www.preussischer-kulturbesitz.de//meldung/news/2017/11/07/kunst-durch-kredit-zur-notiz-berliner-blamage-in-der-spiegel-ausgabe-452017.html Das heute erschienene Buch „Kunst durch Kredit” (De Gruyter, 2017) von Lynn Rother untersucht aus... Die SPK, in deren Sammlungen sich auch heute noch zahlreiche Werke aus dem Ankaufskonvolut von 1935 befinden, hat Frau Rother auf den Ankauf des Werkkomplexes als mögliches Dissertationsthema hingewiesen. Sie hat mit Frau Rother im Januar 2010 eine Vereinbarung darüber getroffen und die Arbeit über Jahre unterstützt. Denn es war klar, dass sich in der umfänglichen und komplexen historischen Erwerbung möglicherweise auch verfolgungsbedingt entzogene Werke befinden könnten. Auf Grundlage der nun veröffentlichten Arbeit, die die nötige Kontextforschung geleistet hat, kann die SPK jetzt weitergehende systematische Untersuchungen zu den Provenienzen der einzelnen Werke machen.

Zur Provenienz des Gemäldes „Pariser Platz in Berlin / Brandenburger Tor“ hat die SPK bereits seit Jahren gemeinsam mit der Commission for Looted Art, die die Erben von Annie Caspari vertritt, eigene Forschungen angestellt. Die Beteiligten sind der Auffassung, dass die komplexen historischen Umstände noch weiterer Untersuchung bedürfen. Über die Recherchearbeiten und die Gespräche dazu haben SPK und Erbenvertreter Vertraulichkeit vereinbart.

Die SPK erforscht seit Jahren in umfassender Weise die Provenienz, also die Herkunft, der Objekte in ihren Sammlungen. Seit Beginn der 1990er Jahre ist die verantwortungsvolle Suche nach NS-Raubgut Thema für die SPK. Die Stiftung hat bereits in über 50 Restitutionsersuchen faire und gerechte Lösungen im Sinne der Washingtoner Prinzipien vereinbaren können. Neben der Recherche zu Einzelfällen aufgrund von Anfragen hat die SPK bestimmte Werkkomplexe identifiziert, in denen sich NS-Raubgut befinden könnte. Diese erforscht sie in Projekten, so zum Beispiel die Galerie des 20. Jahrhunderts, die Sammlung der Zeichnungen am Kupferstichkabinett, oder die Werke im Museum Berggruen.

Weiterführende Links

]]>
Aktuelles Startseite Intranet Provenienz Tue, 07 Nov 2017 12:18:40 +0100
Zauber des Anfangs: Kristin Wolter, Ibero-Amerikanisches Institut http://www.preussischer-kulturbesitz.de//meldung/news/2017/11/02/zauber-des-anfangs-kristin-wolter-ibero-amerikanisches-institut.html Seit Oktober 2017 verstärkt Kristin Wolter das Team der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und... „Ich bin glücklich, wieder mittendrin im Kulturbetrieb zu sein und sozusagen aus dem Maschinenraum heraus mitzubekommen, wie er funktioniert. Das ist sehr schön und ist zudem unheimlich abwechslungsreich, da wir u.a. mit wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen sowie mit den Botschaften der iberoamerikanischen Länder kooperieren. Diesen direkten Kontakt zum weit gespannten hispanischen Kultur- und Sprachraum schätze ich sehr – natürlich auch, dass ich mein Spanisch wieder pflegen kann. Das Besondere am Institut ist ja, dass es drei im Grunde eigenständige Bereiche umfasst:  Zum einen die Bibliothek, die den größten europäischen Bestand an Literatur und Medien zum lateinamerikanischen, aber auch spanischen, portugiesischen und karibischen Kulturraum beherbergt. Dann die wissenschaftliche Institution, in der täglich Forschung betrieben wird, und schließlich das Kulturzentrum als lebendiger, interkultureller Begegnungsort. Zu meinen Aufgaben gehören u.a. die Organisation und Koordination von Tagungen, Vorträgen, Diskussionen, Konzerten, Lesungen und Ausstellungen. In den ersten Wochen habe ich bereits hautnah miterleben können, dass wir in der Öffentlichkeitsarbeit eine zentrale Schnittstelle sowohl zwischen Kolleginnen und Kollegen innerhalb des Instituts als auch zwischen Partnern und dem Publikum außerhalb sind. Die Brückenfunktion zwischen Kultur und Wissenschaft finde ich dabei besonders spannend.

Einer meiner Lieblingsorte ist gleichzeitig mein häufigster Einsatzort: der Simón-Bolívar-Saal, in dem die meisten unserer Veranstaltungen stattfinden, wie zum Beispiel die neue Literaturreihe: „El poder de la palabra“. Ich bin immer wieder aufs Neue von der Vielfalt der Formate und Akteure begeistert. Ein anderer Ort ist die Bibliothek, ein Herzstück des Instituts, durch die mich meine täglichen Wege mitten hindurch führen.  Dort trifft man auf Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern und es entsteht eine ganz besondere Atmosphäre des intellektuellen Austauschs.

Für mein Aufgabenfeld habe ich auch ein paar neue Ideen. Das Thema Kino und Film liegt mir sehr: Ich bin ehrenamtlich in einem Programmkino, der Cinémathèque Leipzig, aktiv und freue mich, diese Leidenschaft ins Veranstaltungsprogramm des IAI einzubringen. Auch darüber hinaus ergeben sich viele schöne Anknüpfungspunkte zwischen meinen bisherigen Erfahrungen und meiner künftigen Arbeit für das IAI.“

Weiterführende Links

Webseite des Ibero-Amerikanischen Instituts

]]>
Bildteaser Aktuelles Startseite Intranet IAI Thu, 02 Nov 2017 10:27:55 +0100
Der ganze Bach in einer Messe http://www.preussischer-kulturbesitz.de//meldung/news/2017/10/20/der-ganze-bach-in-einer-messe.html Der Dirigent Ton Koopman über die h-Moll-Messe, die zu den Schätzen der Staatsbibliothek gehört und... Sie lagert bei 18 Grad Celsius und fünfzig Prozent Luftfeuchtigkeit im Tresor der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin: die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Am 27. Oktober 2017 erfährt dieses berühmte Autograph eine ganz besondere Würdigung. Die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, erhält von der Deutschen UNESCO-Kommission die Urkunde der UNESCO zur Aufnahme der Partitur in das Register des UNESCO-Weltdokumentenerbes Memory of the World. Zur gleichen Zeit bereitet sich in der Berliner Philharmonie Ton Koopman auf das erste der drei Konzerte mit den Berliner Philharmonikern vor, bei denen die vielleicht bedeutendste geistliche Komposition erklingen wird. Elmar Weingarten, der seit kurzem den Freunden des Musikinstrumenten-Museums vorsteht, sprach mit dem niederländischen Dirigenten über dies gewaltige Stück Bach.  

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat Carl Friedrich Zelter Bachs h-moll Messe als „das größte Kunstwerk, das die Welt je gesehen hat" gepriesen. Was ist das Außerordentliche an diesem Werk?

Die einzelnen Teile der h-Moll Messe stammen aus unterschiedlichen Schaffensperioden. Das Besondere an diesem Werk ist, dass der frühe Bach und der späte Bach sich harmonisch und nahtlos zueinander fügen. Es ist ein Werk, das den ganzen Bach zusammenfasst. Bis heute wissen wir nicht sicher, wofür Bach die Messe geschrieben hat, wo sie zum ersten Mal aufgeführt worden ist. Ganz sicher hat Zelter sie nie zu seinen Lebzeiten in seiner Gesamtheit aufgeführt erlebt. Die Partitur jedoch hat er gekannt.

Johann Sebastian Bach hat diese Messe am Ende seines Lebens zusammengestellt. Der Sohn, Carl Philipp Emanuel, hat sie als „große catholische Messe" in die Welt gebracht. Das geistliche Werk Bachs ist sicher durch und durch lutherisch geprägt. Ist diese Messe für Sie ein „katholisches" Kunstwerk oder ist sie „überkonfessionell"? Und das nicht nur, weil sie als ein Meisterwerk in allen Konzertsälen der Welt heimisch geworden ist.

Ich interpretiere das Wort „catholisch“ in diesem Zusammenhang als „Missa tota“ im Gegensatz zur Missa brevis, die auch die lutherische Liturgie kennt. Eine Messe des Umfangs der h-Moll Messe ist im Rahmen der lutherischen Liturgie nicht denkbar und ist auch im Rahmen der katholischen Liturgie ungewöhnlich. Sie ist mit ihrer Dauer von fast zwei Stunden einfach keine normale Messe. Johann Sebastian Bach selbst hat sie nur in Teilen gehört.

Gibt es für Sie als Dirigenten bei der Interpretation dieser Messe eine Grundleitlinie der sie folgen? Gibt es ganz besondere Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, anders beispielsweise als bei den Passionen?

Für mich als Dirigenten besteht die grösste Herausforderung darin, diese höchst unterschiedlichen Texte, die so genial von Bach vertont worden sind, als ein Werk aus einem Guss, als ein in sich geschlossenes Werk zu realisieren. Und gleichzeitig die ungeheuer vielfältigen Dimensionen dieser Messe zu offenbaren, die lieblichsten, die traurigsten und die fröhlichsten Momente.

Die Fragen stelle Elmar Weingarten.

Weiterführende Links

]]>
Aktuelles Bildteaser Startseite Intranet SIM Fri, 20 Oct 2017 11:34:58 +0200
Der Hang zur Gigantomanie http://www.preussischer-kulturbesitz.de//meldung/news/2017/10/17/der-hang-zur-gigantomanie.html Die Arte-Dokumentation „Rätsel der Steinzeit“ beschäftigt sich mit dem Sesshaftwerden der... Die Steinquader von Göbekli Tepe, der Tempel von Malta, die Menhire von Carnac oder die Steinkreise von Stonehenge – diese weltberühmten Monumente sind heute lebendige Zeugen der Steinzeit, einer Zeit, in der Jäger und Sammler sesshaft wurden. Doch wie hängen diese Großbauten mit der Sesshaftwerdung zusammen? Welche kulturellen Hintergründe haben diese berühmten Bauwerke und welchen Herausforderungen mussten sich die Menschen bei der Errichtung stellen? 

Die zweiteilige Dokumentation „Rätsel der Steinzeit“ steigt in diese Fragestellungen ein und versucht neue Antworten zu finden. In der ersten Folge am 4. November 2017 nimmt auch der Prähistoriker Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Entwicklung vom Jäger zum Bauern in den Blick und geht der grundlegenden Frage „Woher kamen die Erbauer dieser Bauwerke?“ nach. Die Sendung wird am 4. November 2017 um 20:15 Uhr auf Arte ausgestrahlt.

Weiterführende Links

]]>
Aktuelles Bildteaser Tue, 17 Oct 2017 12:00:00 +0200
Is East only East and West only West? http://www.preussischer-kulturbesitz.de//meldung/news/2017/10/16/is-east-only-east-and-west-only-west.html Die Neuen Nachbarn sind auf der Museumsinsel angekommen: Bei einem Vortragsabend in der Alten... Sie machen die Herzkammer der altehrwürdigen Nationalgalerie zu einer Art Labor: die beiden mit Tuschezeichnungen von Landschaften versehenen Stellschirme aus dem Japan der Edo-Zeit, die den Sommer im Caspar-David-Friedrich-Saal standen. Auf dem Weg ins Humboldt Forum wurde so ausprobiert, wie diese „Neuen Nachbarn“ zusammen mit den Meisterwerken der Romantik wirken. Ziel des Experiments, so sagt es der Direktor der Alten Nationalgalerie Ralph Gleis, war ein „gemeinsames Sehenlernen“.

Was es da alles zu sehen gab, wurde bei einem Vortragsabend erklärt – mit der japanischen Caspar-David-Friedrich-Expertin Prof. Dr. Yuko Nakama von der Ritsumeikan University in Kyoto.  Nakama hielt einen Vortrag mit dem Titel: „Das Landschaftsbild bei C. D. Friedrich und Japanischen Meistern: Ein kulturwissenschaftlicher Vergleich“ – und betrachtete „‘unseren‘ Friedrich durch die japanische Brille“, wie Gleis ankündigte.

Nakama erklärt zuerst die Funktion der leeren Fläche in der japanischen Kunst: Ursprünglich habe diese die allgegenwärtige Lebensenergie „Ki“ repräsentiert. Im Laufe der Zeit sei die leere Fläche auch zur Darstellung meteorologischer Phänomene wie Nebel oder verdampften Regen sowie als Mittel zur Darstellung der Stimmung und der anhaltenden emotionalen Empfindung eingesetzt worden. In dem einen Stellschirm „Ansicht des Westsees“ könne man sehr gut sehen, wie die Wirkung der leeren Fläche in Vollendung verwirklicht sei. Die leere Fläche eines Bildes wurde zu einer der wichtigsten Ästhetiken in der japanischen Malerei über Generationen hinweg. 

Die japanische Ästhetik wurde aus der Natur geschaffen, indem sie die Menschen in die Natur integriere, so Nakama. Die Vorliebe für Friedrichs Landschaftsmalerei in Japan liege genau in diesem Aspekt begründet. 

Auf der anderen Seite sei die Ehrfurcht vor der Natur in Friedrichs Landschaften den Japanern nicht vertraut. Die sinnliche Wahrnehmung der Natur ohne jede theoretische Reflektion ist das Fundament der japanischen Haltung gegenüber der Natur, erläutert Nakama weiter. Als Beispiel führt sie Hokusais weltweit bekannt gewordenen Holzschnitt „Große Welle vor Kanagawa“. Hokusai sehe hier zuerst die Dynamik der Natur in den Wellen und weniger die Bedrohung  der Boote. Ganz anders Friedrich, der das Gefühl der Verzweiflung der Menschen, dem Dasein ausgeliefert zu sein, in seiner stürmischen Meereslandschaft im „Mönch am Meer“ zeigt. 

„Die Affinität und Ähnlichkeit des Sujets und der Komposition von Landschaften bei Friedrich und japanischen Malern befinden sich jenseits kultureller Unterschiede.“, führt Nakama weiter aus. „Friedrich, der die Natur im Zyklus der Tage und der Jahreszeiten empfindet, weckt tiefste Sympathie bei den japanischen Betrachtern. Die Sehnsucht, in der Natur zu sein, spiegelt sich direkt im künstlerischen Ausdruck beider Kulturen.“

Im folgenden Gespräch betrachten Experten drei verschiedener Disziplinen ihre Perspektive auf die „Neuen Nachbarn“ in der Alten Nationalgalerie:  

Alexander Hofmann, Kurator für Kunst aus Japan am Museum für Asiatische Kunst, war Ideengeber für die Gegenüberstellung.  Er hat die Stellschirme ausgesucht und kommentiert begeistert: „Mit nichteuropäischer Kultur im Tempel der deutschen Kunst in Berlin einzuziehen ist aufregend!“

Auch Ralph Gleis, Direktor der Alten Nationalgalerie, ist ebenfalls sehr enthusiastisch – auch deswegen, weil sich das Museum mit „Neue Nachbarn“ als Ort des Austausches und als Ort der Forschung positioniere. Und außerdem freute ihn die fast körperliche Reaktion Frau Nakamas angesichts der Friedrich-Bilder: Ein Aufjuchzen und Zusammensacken, wie er es bis jetzt bei wenigen Besuchern gesehen habe.

Kristina Mösl, die als Chefrestauratorin der Alten Nationalgalerie den Friedrich-Bilder restauratorisch auf den Grund gegangen ist, sieht auch technologische Parallelen zwischen Friedrich und der japanischen Malerei: die hauchdünnen Malschichten seines Frühwerks erinnern an den zarten Farbauftrag der in Asien üblichen wässrigen Tuschemalerei. 

Und auch umgekehrt scheint es Einflüsse gegeben zu haben: dass die an knorrige Geisterfinger erinnernden Bäume in der „Abtei im Eichwald“ durchaus eine fernöstliche japanische Anmutung haben, könne auch daran liegen, dass Friedrich ein eifriger Besucher der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden gewesen sei, wo er unter anderem chinesische Porzellane gesehen hat. 

Die in der asiatischen Kunst so geschätzte Leere ist auch bei Friedrich ein Thema: „ ‚Der Mönch am Meer‘ ist eine einzige Weglassung – in vieler Hinsicht“ sagt Restauratorin Mösl. Einerseits, weil es eine Ikone der Einsamkeit sei, deren Nicht-Angebot von Motiv damals revolutionär sei. Diese Weglassung gebe es auch auf anderer Ebene: bei der Restaurierung des Bildes sei sichtbar geworden, dass Friedrich fast nichts von den Motiven ausgeführt hat, die er vorher unterzeichnet hatte – u.a. drei große Segelschiffe.

Das Thema Weglassen sei die japanischste Qualität überhaupt, führt Alexander Hofmann aus. Man habe sich gern extrem auf wenige Motive konzentriert. „Dass ein Maler im 16. Jahrhundert einfach nur ein paar Kiefern auf ein paar Stellschirme malt, hat gewisse Größe.“ befindet er.

Hofmann führt weiter aus, dass die japanische Kultur einen Zugang zur Malerei verweigere, der die Natur nur nachzeichne. Vielmehr gehe es um die Darstellung der Natur als lebendigen Kosmos – in dem der Mensch als Betrachter eins werde mit der Natur. Dieses Gefühl des Einsseins mit der Natur sei ein Gedanke, der auch bei Friedrich auftrete, so Hofmann weiter. Anders als bei Friedrich gehe es dabei aber nicht darum, ein komplettes Abbild der Natur zu zeigen. Statt einer Konzentration beispielsweise auf den Himmel werden Naturerscheinungen wie Wind oder Nebel dargestellt. 

Gastgeber Gleis resümiert, dass die Auffassung der Natur in der Kunst unsichtbare Fäden um den Globus spanne. Es gebe ähnliche Bedürfnisse, mit der Natur umzugehen und diese in Kunst umzuwandeln – auch wenn es dabei natürlich viele Unterschiede gibt und nicht alle Fragen, die sich ergeben, letztgültig beantwortet werden können. „Neue Nachbarn“ ermögliche einen Dialog in der Konfrontation, bei dem es vor allem darum, diese Fragen anzuregen, damit man sich weiter darüber unterhalten könne. 

Weiterführende Links

]]>
Aktuelles Bildteaser Startseite Intranet Dossiers Humboldt_Forum Mon, 16 Oct 2017 11:21:54 +0200