Aktuelles aus der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz https://www.preussischer-kulturbesitz.de Aktuelles aus der SPK - Stiftung Preußischer Kulturbesitz de Stiftung Preußischer Kulturbesitz Sun, 24 Mar 2019 21:17:27 +0100 Sun, 24 Mar 2019 21:17:27 +0100 TYPO3 news-9085 Fri, 22 Mar 2019 10:23:13 +0100 Endlich wieder zusammen: Adolph Menzels Coupé-Paar wiedervereint https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article////endlich-wieder-zusammen-adolph-menzels-coupe-paar-wiedervereint.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=57b5f6838448a40d24e137e38eb925ee Im Kupferstichkabinett kam es dank einer Rückgewinnung zur Zusammenführung eines Menzel-Paars nach 74 Jahren Nach 74 Jahren gelang dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin eine sensationelle Rückgewinnung. Zwei Blätter Adolph Menzels, die seit ihrer Auslagerung im Zweiten Weltkrieg als verschollen galten, kehren nun zurück. Es handelt sich um den „Schutzmann im Winter“ und die „Dame im Coupé“. Letztere kann sich nun endlich wieder zum „Herrn im Coupé“ gesellen, der ebenfalls zur Sammlung des Kupferstichkabinetts gehört. 

SPK-Präsident Hermann Parzinger sagte: „Solche Werke, deren Schicksal Jahrzehnte lang im Dunkeln lag, wieder in den Sammlungen zu wissen und der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, erzeugt ein Gefühl großen Glücks. Wir sind sowohl dem Voreigentümer als auch dem Vermittler außerordentlich dankbar für diesen Schritt und das Entgegenkommen.“

Ab April können die beiden Werke in einer Ausstellung neuerworbener Werke des Kupferstichkabinetts („In bester Gesellschaft“) und ab September in der großen Sonderausstellung „Menzel. Maler auf Papier“ in Augenschein genommen werden. 

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news-9081 Thu, 21 Mar 2019 17:04:40 +0100 „Wir sind gelebter Kulturföderalismus“ https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article////wir-sind-gelebter-kulturfoederalismus.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=b915b946a52a5d088bb7e041a431d1a2 SPK-Präsident Parzinger führte die Ministerpräsidenten der Länder durch die James-Simon-Galerie Am 21. März 2019 führte SPK-Präsident Hermann Parzinger die Länderregierungschefs durch die James-Simon-Galerie, das neue Empfangsgebäude der Museumsinsel. Mit dabei waren die Architekten David Chipperfield und Alexander Schwarz. 

Der Einladung Parzingers waren Daniel Günther (Schleswig-Holstein), Tobias Hans (Saarland), Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt), Michael Kretschmer (Sachsen), Bodo Ramelow (Thüringen), Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern), Peter Tschentscher (Hamburg) sowie der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, gefolgt. 

Parzinger sagte: „Ihr Besuch ist Ausdruck der Wertschätzung für die SPK und für das, was in der historischen Mitte Berlins entsteht. Auch wenn der Bund den Löwenanteil finanziert, so sind wir doch gelebter Kulturföderalismus.“

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news-9076 Wed, 20 Mar 2019 10:53:37 +0100 Ein besonderes Geburtstagsgeschenk zum 60.: Forschungskolloquium für Hermann Parzinger https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article////ein-besonderes-geburtstagsgeschenk-zum-60-forschungskolloquium-fuer-hermann-parzinger.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=35c7697e4b07ccd3675b76d08a35e468 Internationale Forscherinnen und Forscher sprachen über Mobilität, Migration und interkulturelle Begegnungen. Am 19. März 2019 fand im Pergamon-Panorama ein internationales Forschungskolloquium zum Thema „You only see what you know – you only know what you see: Global historic perspectives on intercultural phenomena of mobility“ statt. Anlass war der 60. Geburtstag von SPK-Präsident Hermann Parzinger. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer drückten ihre tiefe Anerkennung und Verbundenheit – fachlich und persönlich – mit dem Prähistoriker aus. 

Vortragende aus Georgien, den USA, Frankreich, Russland und Deutschland sprachen über verschiedene Aspekte von Mobilität, Migration und interkulturellen Kontakten. Das Themenspektrum reichte dabei von den frühesten Menschen in Eurasien und „nomadischen Urbanismus“ über ein eurasisches Arkadien bis hin zu kreisförmig laufenden Rentierherden und das prähistorische Rad. 

Im Anschluss diskutierten alle Vortragenden unter der Moderation von Sandra Maischberger. 

Vortragende: 

  • David Lordkipanidze (Generaldirektor des Georgischen Nationalmuseums, Tbilissi, Georgien)
  • Michael Frachetti (Abteilung Anthropologie, Washington University in St. Louis, Missouri, USA)
  • Henri-Paul Francfort (Maison de l‘Archéologie et de l‘Ethnologie, Nanterre, Frankreich, Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres)
  • Andrej Golovnev (Direktor des Museums für Anthropologie und Ethnographie Kunstkamera, St. Petersburg, Russland)
  • Eva Rosenstock (Einstein-Center Chronoi, Berlin, Deutschland)

Veranstaltet wurde das Kolloquium vom Museum für Vor- und Frühgeschichte (Staatliche Museen zu Berlin), der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, dem Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) und der Archäologischen Staatssammlung München.

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news-9071 Mon, 18 Mar 2019 11:23:10 +0100 Restitution einer Zeichnung aus dem Kupferstichkabinett https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article////restitution-einer-zeichnung-aus-dem-kupferstichkabinett.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=73fd3f7c202c1e04813b690a823e240b Ein Provenienzforschungsprojekt konnte die Herkunft des Werkes klären Das „Bildnis eines jungen Mannes im deutschen Rock/Bildnis Sigismund Ruhl“ des Romantikers Carl Philipp Fohr wurde an die Erben von Karl Mayer restituiert. Dieser konnte im Rahmen der Provenienzforschung zur „Sammlung der Zeichnungen“ als früherer Eigentümer ausgemacht werden. 

SPK-Präsident Hermann Parzinger sagte: „Die systematische Erforschung der Provenienzen unserer Sammlungen ist essenziell, um das in der NS-Zeit geschehene Unrecht aufzuarbeiten. Ich freue mich, dass wir erneut ein Werk jener Familie zurückgeben konnten, der es gehört.“

Die Berliner Museen erwarben die Zeichnung 1941 beim Leipziger Auktionshaus C.G. Boerner. Der Sammlerstempel auf der Rückseite des Werks ermöglichte die Zuordnung zur Sammlung Karl Mayers. Dieser war bereits im Januar 1933 emigriert und hatte sein Vermögen in der NS-Zeit verloren. 

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news-9056 Tue, 12 Mar 2019 15:23:50 +0100 Immens großzügiges Geschenk: Schlüsselübergabe Haus Bastian https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article////immens-grosszuegiges-geschenk-schluesseluebergabe-haus-bastian.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=a8e63df74081321fc0d33e893e186295 Heute fand die feierliche Schlüsselübergabe im zukünftigen Zentrum für Kulturelle Bildung der Staatlichen Museen zu Berlin statt Das von David Chipperfield Architects entworfene Gebäude am Kupfergraben wurde heute feierlich an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben. 

SPK-Präsident Hermann Parzinger sagte: „Für dieses immens großzügige Geschenk danke ich Céline, Heiner und Aeneas Bastian von Herzen. Sie stellen sich damit in die große Tradition der herausragenden Förderer und Mäzene der Staatlichen Museen. Aufgrund dieses außerordentlichen Engagements können wir künftig die Museumsinsel zu einem Ort machen, an dem neue Wege der Bildungsarbeit beschritten werden. Wir begreifen dies als riesige Chance. Denn Museen müssen heute in ganz anderer Weise als früher mit den Besuchern kommunizieren, sich auf sie zubewegen und ihnen Angebote machen, die den Besuch zu einem Erlebnis machen. Wenn im Sommer sowohl das Haus Bastian als auch die James-Simon-Galerie ihre Türen öffnen, dann wird deutlich werden, wie wir uns mit ganz neuer Intensität unseren Besuchern widmen.“

Ab Sommer 2019 wird das Haus Bastian als Zentrum für Kulturelle Bildung der Staatlichen Museen zu Berlin genutzt werden.

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news-9052 Mon, 11 Mar 2019 12:53:39 +0100 Ein Menzel kommt zurück https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article////ein-menzel-kommt-zurueck.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=55a09abe2742baf34f6468608f17fa29 Nach über 70 Jahren kehrt der „Oberregierungsrath Knerk“ ins Kupferstichkabinett zurück Die Porträtskizze des „Geheimen Oberregierungsraths Knerk“ von Adolph Menzel sollte eigentlich bei Grisebach versteigert werden. Nach einer Provenienzprüfung stellte sich aber heraus, dass das Blatt aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin stammte und seit 1945 als Kriegsverlust galt. Daraufhin beschloss der Eigentümer, den Menzel an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu übergeben. 

SPK-Präsident Hermann Parzinger sagte: „Mit großer Freude habe ich diese wunderbare Skizze entgegennehmen können. Ich danke Christian Dräger sehr für sein Entgegenkommen und seinen Entschluss, das Blatt aus der Versteigerung zurückzuziehen und wieder in die Obhut der Museen zu geben.“

Ab Ende September kann der „Geheime Oberregierungsrath Knerk“ zusammen mit anderen Werken in der Ausstellung „Menzel. Maler auf Papier“ in Augenschein genommen werden. 

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news-9033 Fri, 01 Mar 2019 11:26:00 +0100 Mariana Castillo Deball gestaltet Kunstwerk für Ethnologisches Museum https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article////mariana-castillo-deball-gestaltet-kunstwerk-fuer-ethnologisches-museum.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=07f5c0792eb167cbb3cc6ad4e8d8d5a6 Die großflächige Installation der mexikanischen Künstlerin wird im Ausstellungssaal Mesoamerika im Humboldt Forum gezeigt. Im Zentrum von Castillo Deballs künstlerischen Arbeiten stehen häufig archäologische Fundstücke. Für das Werk „Codex Humboldt Fragment 1 / Codex Azoyú Reverso“ ließ sie sich von mittelamerikanischen Bilderhandschriften inspirieren. Deren Inhalte greift sie in einem Relief aus zahlreichen aus 320 Keramikplatten auf, die künftig die rund zwei Stockwerke hohe Stirnseite des Mesoamerika-Saals fast vollständig bedecken werden. Zu der raumgreifenden Kunstinstallation gehören auch besondere Bänke: „Die Oberfläche ist von gewobenen Matten – petates – abgegossen, die in verschiedenen Codices als Sitzgelegenheiten abgebildet sind und bis heute verwendet werden. Die aus weißem Beton gegossenen Bänke wirken wie versteinerte Versionen von Stoffen und gewobenen Strukturen“ erzählt Mariana Castillo Deball.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, betont: „Mit dem Kunstwerk verfolgen wir weiter den Ansatz, zeitgenössische Kunst aus den Herkunftsländern in Dialog mit unseren Sammlungen zu bringen. Zusammen mit Sammlungsdirektor Lars-Christian Koch und der Kustodin Maria Gaida danke ich Mariana Castillo Deball dafür, dass sie ihre Perspektive und Schaffenskraft im Humboldt Forum einbringt. Unser außerordentlicher Dank gilt dem Freundeskreis des Ethnologischen Museums für die beträchtliche finanzielle Unterstützung, die Beleg für ein außerordentliches gesellschaftliches Engagement ist.“

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news-9031 Thu, 28 Feb 2019 09:45:12 +0100 Palmyra 3D: Die antike Stadt in historisch genauer digitaler Rekonstruktion https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article////palmyra-3d-die-antike-stadt-in-historisch-genauer-digitaler-rekonstruktion.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=42bcf887b67dc6ede4edc2f178207b7b Aufwendiges VR-Projekt zeigt das antike Palmyra in 360° – Eine Zusammenarbeit von Stiftung Preußischer Kulturbesitz und ZDF/Terra X Das antike Palmyra war eine der reichsten und schönsten Metropolen seiner Zeit und ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und ZDF/Terra X haben die antike Stadt nun in einem aufwendigen VR-Projekt digital rekonstruieren lassen.

Mehrere virtuelle Touren führen in 360°-Filmen durch die Highlights der antiken Stadt, wie den Bel-Tempel, das römische Theater, die Kolonnaden und den Hadrian-Bogen. Die Rekonstruktion entstand in enger Zusammenarbeit mit Archäologen des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin. 

Das Kulturerbe Syriens ist aktuell auch Thema der Ausstellung „Kulturlandschaft Syrien – Bewahren und Archivieren in Zeiten des Krieges“ im Pergamonmuseum. Dort präsentiert sich das Syrian Heritage Archive Project des Museums für Islamische Kunst, das seit 2013 an der Dokumentation des syrischen Kulturerbes arbeitet. 

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news-9003 Thu, 14 Feb 2019 10:20:50 +0100 Digitales Angebot „ZDFkultur“ gestartet https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article////digitales-angebot-zdfkultur-gestartet.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=dabc96f1d9d87e49a9a6a74df4093262 Die SPK beteiligt sich gemeinsam mit anderen Kooperationspartnern aus der Kulturlandschaft Am 13. Februar 2019 fand am Kulturforum der Launch des digitalen Angebots „ZDFkultur“ statt. Dieses bündelt unterschiedliche Kulturinhalte; neben Videos und Webanwendungen ist auch eine digitale Kunsthalle zu sehen. Die SPK beteiligt sich gemeinsam mit vielen anderen Kultureinrichtungen aus ganz Deutschland an ZDFkultur. 

SPK-Präsident Hermann Parzinger sagte zum Start: „Die Medienpartnerschaft mit dem ZDF ist für die SPK schon lange eine wunderbare Möglichkeit, ein breites Publikum mit den vielfältigen Themen der Stiftung vertraut zu machen. ZDFkultur wird die hervorragende journalistische Arbeit des ZDF im Kulturbereich nun auch online noch sichtbarer machen, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit in den neuen Formaten.“

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news-9000 Tue, 12 Feb 2019 14:18:01 +0100 Von Jerewan bis Berlin: Schriftgut retten! https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article////von-jerewan-bis-berlin-schriftgut-retten.html?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=c1998ca227486bdb0af4a165b7d4f518 Seit 2010 gibt es die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK). Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, erzählt im Interview, wie es dazu kam und was ihr Haus in diesem Bereich sonst noch macht – unter anderem geht es um eine ganz besondere Kooperation mit Armenien. Frau Schneider-Kempf, die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts spielt in der Staatsbibliothek eine wichtige Rolle. Wie ist dieser Schwerpunkt entstanden?

Barbara Schneider-Kempf: Eine Reihe von Direktoren großer deutscher Bibliotheken und Archive gründete Anfang der 2000er Jahre die Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts. Sie alle waren verantwortlich für wertvolle Bestände und standen vor der Frage, wie es weitergehen soll, denn die Erhaltung des Schriftguts kostet sehr viel Geld, fachliche Ressourcen und gute Planung. Nachdem ich Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin geworden war, haben wir unter meiner Federführung in der Allianz eine Denkschrift zum künftigen Umgang mit dem schriftlichen Kulturgut verfasst. Als im Jahr 2009 das Kölner Stadtarchiv einstürzte, überreichten wir dem damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler eben diese Denkschrift. Der Bundespräsident nahm das Thema sofort auf und gab es an den damaligen Kulturstaatsminister Bernd Neumann weiter. Wir hatten den Stein ins Rollen gebracht, denn als Nächstes konzipierte eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern des Bundes, der Länder und der großen Bibliotheken und Archive die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK). Diese wurde bei der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelt und arbeitet seit 2010 mit wachsendem Erfolg. Wir sind auf einem guten Weg.

Was macht die Staatsbibliothek selbst? Welche Restaurierungen laufen im Hause?

Unsere eigene Restaurierungswerkstatt, die gut ausgestattet ist, ist natürlich mit Arbeiten an den eigenen Beständen beschäftigt. Trotzdem müssen wir immer wieder auch extern Aufträge vergeben, weil wir nicht alles bei uns erledigen können. Die Werkstatt ist auch als Folge des Umbaus des Hauses Unter den Linden sehr großzügig untergebracht, mit eigenen Räumen für die Bearbeitung von Papier und Pergament wie auch einer Klimakammer. Die Kollegen, die dort arbeiten, sind unter anderem versiert im Papierspalten, einer Technik, die bei der Konservierung unserer Bach-Handschriften zum Einsatz kam. 

Wie steht es derzeit um den konservatorischen Zustand der Bestände der Staatsbibliothek?

Es gibt viel zu tun und wir gehen Schritt für Schritt vor. Gelegentlich haben wir etwas Spektakuläres, zum Beispiel die Bach-Handschriften oder aktuell eine wunderschöne Handschrift der niederländischen Herzogin Maria von Geldern, die in katastrophalem Zustand war. Die Handschrift durfte überhaupt nicht mehr benutzt werden, weil sie gleich auseinandergefallen wäre. Daraufhin hat die Radboud Universität Nijmegen, aus der Heimatregion Maria von Gelderns, Geld für die Konservierung gesammelt und ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Im Moment läuft eine Ausstellung in Nijmegen, wo einige der restaurierten Blätter bereits präsentiert werden. 

Im Bereich der Schriftguterhaltung unterhält die Staatsbibliothek auch weitere Kooperationen, etwa mit mehreren Einrichtungen in Armenien … 

Unsere Kooperation mit Armenien hat mehrere Facetten. Eine wichtige ist der alle zwei Jahre stattfindende Workshop, bei dem zwei Restauratorinnen aus unserem Haus zum Handschriftenzentrum Matenadaran fahren – dieses ist übrigens als Ganzes Weltkulturerbe – und mit den dortigen Kollegen einen sehr schönen Austausch über Fragen der Bestandserhaltung haben. Das Besondere an dem Austausch ist, dass unsere sehr erfahrenen Restauratorinnen mit ihren Kolleginnen anhand der dort herrschenden klimatischen Bedingungen und Lichtverhältnisse gemeinsam erarbeiten, welche Methoden für welchen Zweck angewendet werden sollen. In diesem Jahr ging es zum Beispiel um die Vorbereitung von Beständen für Ausstellungen, das hatten sich die armenischen Kolleginnen gewünscht. Neben dieser Zusammenarbeit mit dem Matenadaran gibt es auch einen fachlichen Austausch mit der armenischen Nationalbibliothek. 

Sie haben auch einen Ehrendoktor von der Universität in Jerewan, der armenischen Hauptstadt, erhalten. 

Ich habe mich darüber enorm gefreut, es ist eine schöne Anerkennung. 

Haben Sie in den letzten Jahren auch eine persönliche Verbindung zu Armenien aufgebaut?

Ja, da ist eine Verbindung entstanden. Ganz deutlich habe ich es gemerkt, als ich vor zwei Jahren das Mahnmal für den Genozid an den Armeniern besucht habe. Ich habe auch die dazugehörige Ausstellung besucht und meine Kollegin Meliné Pehlivanian, die armenische Wurzeln hat und stellvertretende Leiterin unserer Orientabteilung ist, hat mir Einzelheiten über den Genozid erzählt. Während dieses Aufenthalts im Jahr 2016 erkannte der Deutsche Bundestag den Völkermord als solchen offiziell an. Als ich dann den damaligen Workshop eröffnete und über Restaurierungen und Fachliches sprach, hat die Leiterin der dortigen Restaurierungswerkstatt zu allererst über die Anerkennung des Genozids durch Deutschland gesprochen und ist erst dann auf das gemeinsame Fachliche eingegangen. Das war in dem Moment das wichtigere Thema. 

Ich bin eigentlich nicht so schnell zu Tränen gerührt, aber in diesem Moment, vor dem Hintergrund des Besuchs der Gedenkstätte, habe ich schon um Haltung gekämpft. Ich habe mich danach auch für weitere Aspekte der armenischen Kultur interessiert und zum Beispiel im Internet die Trauerfeier des weltweit beliebten französisch-armenischen Chanson-Sängers Charles Aznavour in Paris verfolgt. Sie fand im Innenhof des Invalidendoms statt, der französische Präsident Macron war auch da, und es wurde eine Musik der armenischen Duduk-Flöte gespielt. Die hat einen sehr charakteristischen, traurigen Klang. Diese Duduk-Flöte kommt übrigens auch in der sehr eindringlichen Eröffnungsszene des Hollywood-Films „Gladiator“ vor. Also Sie merken, ich weiß inzwischen schon ein bisschen mehr über Armenien, insofern beantworte ich Ihre Frage mit: Ja. 

Die Fragen stellte Jonas Dehn. 

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